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Regional Zahl der Arbeitslosen sinkt in Göttingen auf Rekordtief
Nachrichten Wirtschaft Regional Zahl der Arbeitslosen sinkt in Göttingen auf Rekordtief
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14:38 30.10.2019
Die Arbeitslosenquote sinkt auf ein Rekordtief. Quelle: AP
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Göttingen

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Göttingen ist auf ein neues Allzeittief gesunken. Demnach waren im Oktober mit 12 186 Menschen noch weniger Personen arbeitslos als im bisherigen Rekordmonat September. Der Tiefstand wurde noch einmal um 1,2 Prozent unterschritten (142 Personen). Die Arbeitslosenquote sank somit auf den historischen Tiefstand von 5,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist dies eine Verringerung um 607 Stellen (-4,7 Prozent).

Besonders deutlich ging „erwartungsgemäß die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren zurück“, heißt es im aktuellen Arbeitsmarktbericht, „da sich viele Studierende aufgrund des Semesterbeginns bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern abmeldeten“. Dieser Wert sank um 238 (16,5 Prozent) gegenüber dem September auf 1202. Im Vergleich zum Oktober 2018 ist dies eine Verringerung von 14,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken. Quelle: Sit

Bedarf an Arbeitskräften weiterhin hoch

Weiterhin hoch ist der Bedarf an Arbeitskräften in der Region. Betriebe und Verwaltung meldeten 1292 neue Stellenangebote. Dies stellt zwar einen leichten Rückgang zum Vormonat dar (-22 Stellen), der Zugang bewege sich jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Im Bestand der Arbeitsagentur werden derzeit 4514 Stellen angeboten.

Den Großteil machen Angebote für Fachkräfte aus (2800), rund 850 wenden sich an Akademiker und Arbeitnehmer, die einen weiterführenden Abschluss erworben haben. Im Bereich der Helfer- und Anlerntätigkeiten werden 875 Mitarbeiter gesucht. „Der Blick auf das Qualifikationsniveau der gemeldeten Stellen macht deutlich, vor welchen Herausforderungen wir stehen“, kommentiert Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Agentur für Arbeit, die Zahlen. Denn 53 Prozent der Arbeitslosen in der Region Göttingen hätten keine Berufsausbildung abgeschlossen, das waren im Oktober 6457 Menschen. Auch für Ungelernte biete der Arbeitsmarkt zwar Beschäftigungsmöglichkeiten, das Risiko, diese zu verlieren, sei jedoch größer als bei Akademikern oder Fachkräften.

Busfahrer-Ausbildung als positives Beispiel

Daher sei es ein „großes Anliegen“, Menschen ohne Ausbildung zu einer gefragten beruflichen Qualifikation zu verhelfen. Als positives Beispiel führte der Arbeitsmarktexperte die erfolgreiche Weiterbildung von 28 Arbeitssuchenden zu Busfahrern in den Landkreisen Göttingen und Northeim an, die nach ihrer bestandenen Prüfung nahtlos einen Arbeitsvertrag unterschreiben konnten.

Ebenfalls veröffentlicht wurden die Zahlen zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach den Angaben der Arbeitsagentur 17 300, damit stieg der Wert um 56 Personen (0,3 Prozent) im Vergleich zum Oktober 2018.

Entwicklung saisonal bedingt

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Göttingen verlief in den zurückliegenden Monaten mit den regional übliche, saisonal bedingten Höhen und Tiefen. Dabei liegt die Zahl der Arbeitslosen seit Februar 2018 unter dem jeweiligen Wert des Vorjahresmonats. Im Oktober hat sich diese Entwicklung fortgesetzt.

Nur minimale Veränderungen gab es im Landkreis Northeim: Dort liegt die Arbeitslosenquote weiterhin bei 4,9 Prozent, die Zahl der Arbeitslosen stieg um 0,4 Prozent gegenüber dem September an. Insgesamt waren 3483 Menschen arbeitslos gemeldet, 81 weniger als im Vorjahresmonat.

Ausbildung ist nur eine Option

„Für viele Jugendliche ist Ausbildung nur eine Option unter vielen. Und vielfach nicht die präferierte. Oftmals erscheint es beispielsweise einfacher, zunächst noch weiter zur Schule zu gehen, auch wenn es durchaus Chancen gäbe, bereits nach dem ersten Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu finden“, sagt Klaus Voelcker, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Göttingen. Viele Abiturienten fixierten von vornherein ein Hochschulstudium, ohne entsprechende berufliche Alternativen, die über eine Ausbildung eröffnet würden, überhaupt in Erwägung zu ziehen. „Es ist an der Zeit, dass die guten Beschäftigungs- und Aufstiegschancen, die sich durch eine Ausbildung eröffnen, eine größere Aufmerksamkeit erfahren. Eine betriebliche Ausbildung ist ein gutes Fundament für die berufliche Zukunft, auf der man sicher aufbauen kann“, wirbt der Experte für die duale Ausbildung. Bei einer sinkenden Zahl an Ausbildungsinteressierten sei es umso wichtiger, auch Perspektiven zu eröffnen, die vielleicht nicht gleich überzeugten.

Von Tobias Christ

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