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Regional Zehn Jahre "Zeitzeug" in der Göttinger Nikolaistraße
Nachrichten Wirtschaft Regional Zehn Jahre "Zeitzeug" in der Göttinger Nikolaistraße
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19:37 31.03.2014
Auch eine Fundgrube für das Göttinger Tageblatt: Melchert in seinem Laden Zeitzeug in der Nikolaistraße. Quelle: Schmidt
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Göttingen

Seit zehn Jahren betreibt Melchert nun sein Geschäft Zeitzeug. Seit zehn Jahren gestaltet er das Schaufenster jeden Monat neu. Zehn Jahre mit vielen bunten Ideen, die er nun in einem Buch dokumentiert hat.

Melchert sieht sich selbst als „kleinen Museumspädagogen“. So klärt er Kunden über die Funktion von Gegenständen in seinem Laden auf. Lust in einem „richtigen Museum“ zu arbeiten, hat der studierte Germanist und Kunsthistoriker nicht.

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Antiquitäten, Trödel und Fundsachen haben es ihm angetan. So sehr, dass er zunächst auf Flohmärkten gehandelt und sich später an mehreren Trödelläden beteiligt hat.

„Von Jugendstil bis in die Neuzeit“

Mit Zeitzeug hat der 48-Jährige sich sein „Museum für den kleinen Mann“ geschaffen. Melchert öffnet seinen Laden von Mittwoch bis Sonnabend „meist so ab 11 Uhr“. Die anderen Tage der Woche nutzt der Händler für die Beschaffung neuer Ware, für die Vorbereitung der Schaufenster und „ein paar andere Dinge“.

Auf 40 Quadratmetern sammelt sich Vieles. „Von Jugendstil bis in die Neuzeit“, schätzt Melchert. Hauptsächlich Lampen haben es ihm angetan. Wo er sein Zeug aus der Zeit beschafft? „Geschäftsgeheimnis.“ Kein Geheimnis ist indes sein Schaufenster.

Das gestaltet Melchert phantasievoll. Dabei greift er auch stadtpolitische Themen wie die Pflasterung der Innenstadt auf. Melchert erzählt Geschichten und lässt – meist mit einem Schmunzeln – unterschiedlichste Interpretationen zu.

„Ich bin etwas altmodisch“

So kombiniert er die Göttinger Pflasterung mit der Marsmission und stellt die Frage, ob die Gesteinsproben der Marssonde Curiosity nicht doch einen anderen, irdischen Ursprung haben. Dieses und andere Motive präsentiert Melchert in seinem Buch „Ab Morgen neue Schaufenster-Deko“.

Die erste Auflage des Buches in Höhe von 100 Exemplaren ist fast ausverkauft, sagt der Autor. Eine zweite ist in Arbeit. Froh ist Melchert über die Hilfe, die er dabei von Freunden bekommt, denn einen Computer besitzt er nicht.

„Ich bin etwas altmodisch“, meint der Trödelladenbesitzer und legt eine Schallplatte auf das kurbelbetriebene Abspielgerät. Das hat er in der für das zehnjährige Jubiläum eingerichteten Kaffeeecke platziert.

Von Friedrich Schmidt

Informationen: zeitzeug.de und unter Telefonnummer: 05 51 / 9 95 02 93.