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Regional Zeiss präsentiert gute Entwicklung
Nachrichten Wirtschaft Regional Zeiss präsentiert gute Entwicklung
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20:01 15.12.2015
Zeiss-Vorstandsvorsitzender Michael Kaschke (Mitte) konnte auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014/15 zurückblicken. Quelle: EF
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Aufgeteilt nach den einzelnen Unternehmenssparten ergibt sich ein differenzierteres Bild. In der Halbleiter-Produktion sank der Umsatz um 15 Prozent, während die Medizintechnologie um 16 Prozent wuchs. Der Bereich für Augenoptik sowie Planetarien und Filmobjektive verzeichnete ein Umsatzwachstum von sieben Prozent und die Messtechnik- und Mikroskopiesparte um elf Prozent.

„Die guten Umsatzzahlen der meisten Sparten lassen uns aber nicht vergessen, dass wir weiter konsequent daran arbeiten müssen, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, um so unsere vielfach führende Position halten zu können“, relativierte Kaschke die Umsatzentwicklung. Dies sei eine Aufgabe für alle Bereiche der Zeiss Gruppe.

Betrachtet man den Bereich Messtechnik und Mikroskopie noch einmal genauer, so zeigt sich für die industrielle Messtechnik ein Umsatzwachstum von 14 Prozent, während der für Göttingen wichtige Mikroskopiebereich um neun Prozent wuchs. Dies sei allerdings dem schwachen Euro geschuldet, so Zeiss – würden diese Währungseffekte berücksichtigt, liege das Wachstum bei nur einem Prozent. In Zahlen ausgedrückt stieg der Umsatz von 656 Mio. Euro auf 715 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014/15. „Die Mikroskopie ist kaum gewachsen, die Optimierung der Kosten hat weiterhin Priorität“, so Unternehmenssprecher Jörg Nitschke.

Im Göttinger Werk von Zeiss, das von einem starken Personalabbau im Zuge der Umstrukturierung des Mikroskopiebereichs bedroht ist, bewertet man die Situation allerdings nicht ganz so negativ, wie es die Konzernleitung tut. Dort verzeichne man seit einiger Zeit einen Auftragseingang, der um etwa 25 Prozent höher als sonst liegen soll. Aus diesem Grund hatte die Geschäftsführung des Mikroskopiebereichs auch Mehrarbeit beantragt, die vom Göttinger Betriebsrat jedoch abgelehnt wurde, da diese angesichts des Personalabbaus nicht vermittelbar sei.

Für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 geht Zeiss von einem allenfalls moderaten weltweiten Wirtschaftswachstum aus. „Das Geschäftsjahr 2015/16 wird nicht einfacher werden. Insbesondere die abnehmende Wachstumsdynamik in Schwellenländern und eine weitere Stagnation im Halbleitermarkt wird Zeiss sehr direkt spüren“, so Kaschke an. Chancen sieht er insbesondere im Bedarf für Lösungen im Bereich Gesundheit und Industrie 4.0.
Die Mikroskopie hingegen hängt stark von öffentlichen Budgets für Bildung und Forschung ab, bei denen man von einer Stagnation ausgeht. Ziel sind daher Produktentwicklungen, um sich neue industrielle Märkte für mikroskopische Analyseverfahren zu erschließen.

Von Sven Grünewald