Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Ziegenhorn ist unabhängig und gesund
Nachrichten Wirtschaft Regional Ziegenhorn ist unabhängig und gesund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:36 13.03.2012
Von Hanne-Dore Schumacher
Aufwendige Altbau- und Umbaumaßnahmen: Thalia in der Weender Straße.
Aufwendige Altbau- und Umbaumaßnahmen: Thalia in der Weender Straße. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Obernjesa

Wenn Helmut Kagelmann und Uwe Raffler zum 40-jährigen Bestehen der Obernjesaer Firma Bilanz ziehen, tun sie das gern. Der Gründer Klaus-Dieter Ziegenhorn kann es selbst nicht mehr. Er starb 2008. Im März 1972 hatte der Diplom-Ingenieur seine Firma angemeldet. Damals waren sie zu zweit. Nach Maurerlehre, Bundeswehrzeit und Studium wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit – auf dem ehemaligen Gelände der Zuckerfarbik, da, wo die Firma 40 Jahre später noch ihren Sitz hat. Heute beschäftigt das Hochbauunternehmen mehr als 40 Mitarbeiter. „Alles Stammpersonal“, ist dem kaufmännischen Leiter Kagelmann wichtig. Er selbst ist seit 23 Jahren im Unternehmen tätig.

Kagelmann und seine vier Mitgesellschafter Ralf Eisbrenner, Albert Kempner, Uwe Raffler und Karl-Josef Weber (sie haben zum 1. Januar 2008 das Unternehmen übernommen) legen Wert auf langjährige Zugehörigkeit, bezahlen nach Tarif, sind in der Bau-Innung, im Bau-Gewerbeverband Niedersachsen und von keiner Bank abhängig. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, freut sich Kagelmann und zählt aktuelle Projekte auf: das geplante Günter-Grass-Haus oder die Modernisierung der Leinebergsiedlung (Städtische Wohnungsbau). Im Allensteiner Weg wird für die Wohnungsgenossenschaft saniert, auch in der Münchhausenstraße.

Große Objekte realisiert Ziegenhorn in Kooperation. „Möglichst mit heimischen Partnern“, stellt Uwe Raffler, technischer Geschäftsführer, klar. Lieferanten und Subunternehmen kommen aus der Region. Gut sei der Start ins Jahr 2012 erfolgt, sagt er. Natürlich gibt es auch Probleme. Etwa das Lohngefälle im grenznahen Gebiet. Bei manchen Ausschreibungen liegen   90 000 Euro zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter. „Das geht nur über Lohn“, weiß Raffels und fordert: „Gleicher Lohn für alle.“ Das Material kaufe man schließlich bei denselben Händlern. Und dann die Sache mit der Ausbildung. Obwohl die Ausbildungsentgelte gut seien (1227 Euro brutto im dritten Lehrjahr), gebe es kaum Bewerbungen. „Ganz schwierig“, sagt auch Kagelmann und argumentiert: „Ein Verkäufer verdient weniger und muss länger arbeiten.“
Trotzdem wollen die Ziegenhörner nicht klagen. 2011 haben sie einen Umsatz von 5,8 Mio. Euro erzielt und ihr Geld immer von den Kunden bekommen, betont zufrieden das Geschäftsführer-Duo.