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"Alles Bio" Die Waage ist das Herzstück im Bio-Lädchen
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18:13 01.07.2011
Im Gemüseladen: Mitarbeiterin Britta Pallulat mit Birgit Janze und Volker Schluseneck.
Im Gemüseladen: Mitarbeiterin Britta Pallulat mit Birgit Janze und Volker Schluseneck. Quelle: Hinzmann
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Geismar

Hier duftet es nach frischen Erdbeeren, dort überwiegt der Duft nach frisch gepflückten Kräutern. In der Mitte des kleinen Ladens steigt jedem, der hereinkommt, der verlockende Geruch mal von diesem, mal von jenem Obst oder Gemüse in die Nase. In dem Geschäft, das die Größe von einem geräumigen Wohnzimmer hat, geben Äpfel, Salat, Kartoffeln und Zwiebeln ein buntes Bild vom Angebot aus der Region.

Gemeinsam haben der Gärtnerhof Landolfshausen, Müller-Oelbke in Etzenborn, der Gemüsehof Wedemeyer in Sudershausen und Rote Rübe – Schwarzer Rettich in Rittmarshausen vor 19 Jahren den Gemüseladen in Geismar gegründet. Die landwirtschaftlichen Erzeuger hatten sich einen festen Absatzmarkt für ihre Bio-Waren gewünscht. Gegenüber von der Vollkornbäckerei Backhaus starteten sie mit ihrem Laden. Von Beginn an betreibt Volker Schluseneck den Laden in der Bäckergasse, Ecke Mitteldorfstraße. „Wir sind ein Nachfolger des Tante-Emma-Ladens auf hochwertigem Niveau“, definiert der Agraringenieur. Und so ist „der Gemüseladen“ nicht allein ein Geschäft für Bio-Lebensmittel, sondern ein Ort der Begegnung. Hier können die Kunden sich bedienen lassen oder selbst auswählen – „ganz wie sie mögen“. Das bedeute eine gewisse Nähe, die man sonst nicht mehr gewöhnt sei. Der Vorteil beim Einkauf: Der Kunde kann fragen, ohne jemanden zu suchen. Die Waage ist das Herzstück des Ladens.

Um 10.15 Uhr fährt heute ein Lieferwagen vor. Der Salat und die Kräuter, die er transportiert, sind am Morgen geerntet worden. Birgit Janze steckt die Kräutersträuße in ein Glas mit Wasser auf der Ladentheke. Dann schneidet sie Käse. Seit elf Jahren bedient Janze die Kunden. Als Biologiestudentin hatte sie einen Job gesucht. „Bio-Lebensmittel fand ich schon immer wichtig“, erzählt sie. So habe sie sich auf die Stelle beworben. Zunächst sollte es nur vorübergehend sein. Doch sie ist geblieben.

Ein Kunde überschlägt, was die Ware kostet. Er will für 20 Euro einkaufen, um einen Stempel auf seiner Rabattkarte zu erhalten. Ist die Karte voll, bekommt er 5 Euro geschenkt. Auch wer ganze Verpackungseinheiten kaufe, bekomme Prozente, erklärt Schluseneck. Er versucht auch, besondere Wünsche zu erfüllen. Wenn es möglich ist, bestellt er auf Nachfrage Ware, die er nicht im Sortiment hat. Wie der Name „Gemüseladen“ sagt: Gemüse und Obst machen mehr als 50 Prozent des Angebots aus. Dazu gibt es „ein Käsesortiment, das sich sehen lassen kann“, sagt der Chef und zählt mehr als 40 Sorten Käse. Wurst, Tiefkühlkost und Trockenware ergänzen die Warenpalette. Mit der Verkaufsstelle vom Backhaus auf der anderen Straßenseite werde ein Vollsortiment geboten. Nur die Lage sei nicht mehr zeitgemäß. Doch alle Umzugspläne sind bislang gescheitert.

Mitten im Laden steht die Waage. Hier beginnt oft das Gespräch mit dem Kunden. Hier kann es auch schon mal eng werden, erzählt Schluseneck von den Hauptgeschäftszeiten. Dass er seine Arbeit liebt, hat er den Kunden im 17. Jahr des Gemüseladens mit einem Gedicht bewiesen. Zum 20. im nächsten Jahr könnte vielleicht ein Lied daraus werden.

Kontakt

Der Gemüseladen
Bäckergasse 1b
37083 Göttingen
Telefon: 05 51 / 79 44 94
Fax: 05 51 / 79 44 94
E-Mail:
kkgemuega@web.de
Öffnungszeiten:
montags bis freitags 9 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, sonnabends 8.30 bis 13 Uhr

Von Ute Lawrenz