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"Alles Bio" Frische Kräuter für Dramfelder Grüne Soße
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19:18 15.07.2011
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Dramfeld

Man nehme 300 Gramm frische Kräuter, hacke sie zusammen mit zwei Zwiebeln fein und rühre sie mit einem Esslöffel Essig, zwei Esslöffeln Öl, Schmand und Joghurt an. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Dann wird die Dramfelder Grüne Soße mit vier hart gekochten, grob gehackten Eiern verfeinert. Mit ihrer Mischung aus frischen Kräutern – Petersilie, Schnittlauch, Kerbel Sauerampfer, Borretsch, Kresse, Estragon und mehr – hat Claudia Schmalenbach einen Verkaufsschlager kreiert. Vor jedem Markttag bindet sie die dekorativen Sträuße. Die Blüten von Borretsch, Ringelblume oder Kapuzinerkresse schmücken auch die Soße.

2008 hat Claudia Schmalenbach den Dramfelder Betrieb mit ihrem Mann Nasser Kardgar übernommen. Vor ihrem Studium zur Agraringenieurin mit der Fachrichtung Ökologischer Landbau hat sie eine Gärtnerlehre gemacht. „Seit ich 16 Jahre alt bin, kaufe ich nur in Bioläden“, erzählt die 43-Jährige. Seit Anfang der 90er Jahre habe sie im Göttinger Raum viele Bio-Betriebe wachsen sehen. Wie ihr Mann, von Haus aus Architekt, hat sie Erfahrungen mit der Arbeit in einem Biobetrieb auf dem Brothof in Waake gesammelt. Vor vier Jahren dann habe sich die Chance ergeben, den Bio-Betrieb in Dramfeld zu übernehmen. „Wenn ich weiß, dass es ein heißer Tag wird, fange ich schon um 5 Uhr an zu ernten“, erzählt die Landwirtin. An den längsten Tagen des Jahres beginne sie sogar schon um 4.30 Uhr. Klagen übers frühe Aufstehen gibt es bei ihr nicht. Sie liebe es morgens auf dem Feld zu stehen und beim Salat ernten den Vögeln zuzuhören.

2,5 Hektar Ackerland stehen dem Betrieb für den Gemüseanbau zur Verfügung. Jedes Jahr wird die Hälfte bewirtschaftet, auf der anderen Hälfte sät Schmalenbach Kleegras, damit der Boden sich erholen kann. Gemüse und Kräuter wachsen auch in den großen Folientunneln mit insgesamt 950 Quadratmetern Grundfläche, 200 Quadratmeter davon für die Jungpflanzenanzucht. Alle Jungpflanzen werden hier von Hand gezogen. „Wir haben 14 verschiedene Salatsorten“, beschreibt Schmalenbach die Vielfalt. „Eiche, Batavia, Salanova, Zuckerhut, Radiccio und Romana“, zählt sie nur einige als Kostprobe auf. Groß sei auch die Auswahl an verschiedenen Tomaten – grüne Tiger- oder Zahnradtomaten zum Beispiel.

„Hacken, jäten, häufeln“, so lautet in Dramfeld das Rezept gegen Unkraut. In dem Bioland-Betrieb hat Chemie nichts zu suchen. Zur Schädlingsbekämpfung werden Nützlinge eingesetzt: Schlupfwespen gegen Blattläuse, Raubmilben gegen Spinnmilben. „Wir arbeiten ohne Gentechnik“, besagt ein Schild am Folientunnel voller Tomaten, wo ein Erntehelfer die reifen Tomaten abpflückt.

In großen Plastikwannen wäscht Gemüsegärtnerin Astrid Leeser die gerade geernteten Kräuter und Salate. Im Kühlhaus bleiben sie frisch bis zum nächsten Tag, wo sie auf dem Markt angeboten werden. „Wir verkaufen unser Gemüse nur auf dem Göttinger Wochenmarkt“, schildert Schmalenbach die Direktvermarktung. Montag, Mittwoch und Freitag wird geerntet, dienstags, donnerstags und sonnabends wird die Ware mit Obst von Naturkost Elkershausen und von einer Handvoll regionaler Lieferanten auf dem Wochenmarkt verkauft.

Kontakt

Bio-Gemüsebaubetrieb
Schmalenbach Kardgar
Claudia Schmalenbach, Nasser Kardgar
Kramergasse 1
37124 Rosdorf/Dramfeld
Telefon: 01 76 / 24 93 56 38 und 0 55 04 / 94 95 40
E-Mail: biogemuese-dramfeld@t-online.de
Verkauf dienstags, donnerstags und sonnabends von 8 bis 13 Uhr auf dem Göttinger Wochenmarkt

Von Ute Lawrenz