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Die ganze Welt in Göttingen Porträt: Familie Pau betreibt das älteste China-Restaurant in Göttingen
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15:52 25.10.2013
Familienunternehmen Pau: Zhen-Yong, Kwong-Wai, Johanna, Po-Yuk, Foon-Yan, May-Kent und das jüngste Familienmitglied Matthew (v. l.). Quelle: Hinzmann
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Göttingen.

42 Jahre zählt der Peking-Pavillon. Schon so lange gibt es das China-Restaurant von Kwong-Wai Pau in Göttingen. Im März 1971 rief sein Vater, Hoi-Shun Pau, die Gaststätte als erstes China-Restaurant in der südniedersächsischen Stadt ins Leben. Ende der 1990er Jahre starb er. Das China-Restaurant ist geblieben. Und fast durchgängig hatte es seinen Platz am heutigen Standort in der Friedrichstraße.

1968 ist Kwong-Wai Pau nach Deutschland gekommen. Sein Vater Hoi Shun Pau, gelernter China-Koch, hatte schon sechs Jahre vorher als Gastarbeiter hier Fuß gefasst. Aus politischen Gründen war der Mann aus Shanghai, zunächst über Hongkong, nach Deutschland gekommen. Mit leeren Händen sei er angekommen. Sein erstes Lokal eröffnete er 1967 in Kassel.

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Fünf Jahre lief der Pachtvertrag. Schon vorher hatte er den neuen Standort in der Friedrichstraße in Göttingen gefunden. Im März 1971 hat er dort das Restaurant eröffnet. Von Anfang an war sein Sohn Kwong-Wai Pau dabei und ist in das Geschäft hineingewachsen. Zehn Jahre nach dem Start musste die Gaststätte weichen.

„Ein Zufluchtsort für uns alle“

Denn das Haus in der Friedrichstraße wurde abgerissen. Im Iduna-Zentrum fand sich ein neuer Standort. Nach zwei Jahren dort kam das Angebot, wieder in die Friedrichstraße zu kommen. Seit 30 Jahren nun bedient die Familie dort ihre Gäste.

Längst mit dabei ist Sohn von Kwong-Wai Pau: Zhen-Yong Pau (30), Restaurantfachmann und staatlich geprüfter Sommelier. „Ich koche heute noch“, sagt der 60-jährige Kwong-Wai Pau. Die süß-saure Küche aus Shanghai sei seine Richtung. Von seinem Vater habe er das Wissen mitgebracht, wie man mit Fleisch umzugehen habe.

„Wir arbeiten mit Naturprodukten“, berichtet er aus seiner Küche. Besonders wichtig sei es bei dem Verfahren ohne Konservierungsstoffe, in welcher Reihenfolge die Zutaten zum Fleisch gegeben werden.

Viel Wert messe die Familie dem sozialen System bei, betont Zhen-Yong Pau. In China zähle das Menschenleben nicht. Hier hingegen könnten die Menschen sich entfalten. Besonders pflege die Familie den Zusammenhalt. „Jeden Mittag essen wir gemeinsam“, sagt der Juniorchef und meint damit nicht nur seine Frau Johanna und die beiden Söhne Foon-Yan (7) und Matthew (4), sondern die Großfamilie. Das Restaurant sei „ein Zufluchtsort für uns alle“, betont der Gastronom. In diesem Jahr wurde das Restaurant renoviert.

Von Ute Lawrenz

Der Peking Pavillon, Friedrichstraße 1, ist Montag bis Donnerstag von 12 bis 14.45 Uhr und von 17.30 bis 22.45 Uhr, freitags bis sonntags von 12 bis 14.45 Uhr geöffnet. Informationen: 05 51 / 4 43 23.