Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Die ganze Welt in Göttingen Porträt: Göttingerin Napaporn Peanakson führt Asia-Markt in Weende
Nachrichten Wirtschaft Themen Die ganze Welt in Göttingen Porträt: Göttingerin Napaporn Peanakson führt Asia-Markt in Weende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:45 31.08.2013
Hat Kunden nicht nur in Göttingen: Napaporn Peanakson, Inhaberin des Asia-Marktes in der Hannoverschen Straße. Quelle: Vetter
Anzeige
Göttingen

Drachen und Buddhafiguren gehören ebenso in ihr Sortiment wie frisches asiatisches Gemüse oder 18-Kilogramm-Säcke mit Reis. Den Platz von Kartoffeln hierzulande nehme in Thailand eben Reis ein. So führt die Inhaberin des Asia Markts in Weende, Napaporn Peanakson (39), viele Sorten des Getreides: Jasmin-Reis, Sushi-Reis oder Basmati-Reis. Zu den „Top Ten“ zählt die Chefin die Zutaten für Sushi – von Rollmatten bis zum eingelegten Ingwer.

Einmal pro Woche wird frische Ware aus Thailand in die Weender Straße 80 in Göttingen geliefert: Koriander, Chili, Thai-Basilikum. Typisch thailändisches Obst – Long Gong und Rambutan – gehören ebenso in ihr Sortiment wie Mini-Auberginen. Viel Frisches bekomme sie außerdem aus Holland. 1995 ist die Thailänderin ohne ein Wort Deutsch mit einem deutschen Mann nach Deutschland gekommen. Die Ehe scheiterte, sie blieb. Vor zweieinhalb Jahren hat Peanakson den Asia-Markt in Weende übernommen.

Oft Kopfschmerzen

Der Vorbesitzer wollte das Geschäft abgeben, für eine reibungslose Übernahme habe er ihr einen Monat lang geholfen. Dann wusste sie, wo sie Ware bestellt, wie viel sie braucht und was sonst nötig ist. Am Anfang habe sie oft Kopfschmerzen gehabt, erzählt die Tailänderin. Mittlerweile sei der tägliche Betrieb Routine.

Weil ihr 15-jähriger Sohn in Göttingen zur Schule geht und sie das Geschäft in Göttingen führt, ist sie von Ebergötzen nach Göttingen gezogen. Der ältere Sohn ist schon in der Ausbildung in der Nähe von Stuttgart. Nicht nur aus Göttingen und dem Landkreis kommen ihre Kunden. Auch aus Nordhausen und Braunlage fahre so mancher Thailänder für seinen Einkauf bis nach Weende.

Mit strahlendem Lächeln

Nicht überall gibt es asiatische Geschäfte. Viele Deutsche kämen das erste Mal nach einem Urlaub in Thailand in den Asia-Markt und kauften ein. Zu Hause wollten sie nachkochen, was sie dort gegessen haben. Begrüßt werden sie vor der Tür von asiatischem Bambus. Im Laden empfängt sie die Inhaberin in der Regel mit strahlendem Lächeln.

„Thailänder lächeln sehr viel“, sagt Peanakson. Deutsche Menschen seien viel ernster, gründlicher. Größer als in Deutschland sei in Thailand der Zusammenhalt in der Familie. In ihrer Heimat sei es klar, dass sich die Kinder um ihre alten Eltern kümmern. Die Menschen seien nicht so sehr auf ihre Individualität bedacht: Sie machten fast alles in der Gruppe.

In einen Tempel verwandelt

Im Berufsleben erfährt Peanakson in Deutschland mehr Bürokratie als in der Heimat, in der sie auch gerne einmal Urlaub machen möchte, auch um Bekannte dort zu treffen. Als gut, wenn auch manchmal sehr kompliziert, empfindet sie das Sozialsystem hier. Weil die Menschen in Thailand sehr gläubig sind, hat Peanakson ihren Laden unlängst in einen Tempel verwandelt: Einen Mönch hatte sie in ihre Räume eingeladen.

Mit ihren Freunden hat er zusammen gebetet. Auf ihrem Handy kann die Unternehmerin viele Bilder davon zeigen. Sogar im Auto hat er seine Zeichen hinterlassen.

Von Ute Lawrenz