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Jahr der Genossenschaften Exoten brauchen viel Puste
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06:17 04.06.2012
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Göttingen

Derzeit sind 28 Mitglieder mit rund 1000 Mitarbeitern in der Genossenschaft vertreten, erklären Geschäftsstellenleiter Holger Marten und die ehrenamtlichen Vorstände Petra Wigger, Roland Drubig und Bernd Schütze. Während Bildungsgenossenschaften in anderen Ländern häufig zu finden sind, sei die Rechtsform für die BIGS „Alleinstellungsmerkmal“, erläutert Marten. „Eine gemeinnützige Genossenschaft im Bildungsbereich ist exotisch. Bei unserer Gründung konnte der Genossenschaftsverband mit uns nichts anfangen.“

Auch im Bertelsmann Bildungsatlas sei man nicht berücksichtigt worden. Unterstützt werden die Mitglieder durch die Koordination von gemeinsamen Projekten, Bildungsberatungsangebote und Interessenvertretung, um zusammen ein vielfältiges, gut zugängliches und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot in der Region aufrecht zu erhalten. In der Geschäftsstelle in der Langen Geismarstraße 73 sind sechs Mitarbeiter mit der Pflege des Netzwerks und der Umsetzung der Projekte beschäftigt. Außerdem treffen sich regelmäßig Mitglieder in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen.

Eine wesentliche Aufgabe der Geschäftsstelle ist die eines Wegweisers für Menschen auf der Suche nach Bildungsangeboten in der Region oder mit allgemeinen Fragen zu Bildungsthemen. Für das Jahr 2011 bilanziert die BIGS in ihrer trägerneutralen Beratungsstelle 206 Orientierungsberatungen und 401 Bildungsprämienberatung für Interessierte, die nach Schulabschluss, Studienabbruch, Arbeitslosigkeit oder Migration durch Bildung einen Weg in Arbeit suchen. Die von der BIGS koordinierten Beratungsstellen zum Arbeitslosengeld ALG II haben im vergangenen Jahr 2209 Beratungen durchgeführt.

Bildungsgenossenschaft
Südniedersachsen e.G.
Lange Geismarstraße 73, 37073 Göttingen
Telefon: 05 51 / 488 64 13
Internet: bigs-goe.de

Als Schwerpunkt hat sich über die Jahre das Thema Migration und Integration herausgebildet: In dem Projekt „FairBleib Südniedersachsen“ kooperieren fünf Institutionen, um Flüchtlingen den Weg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die BIGS übernimmt die Projektleitung und Beratungen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Außerdem hat die Genossenschaft unter anderem seit September 2005 die Integrationskurse im Grenzdurchgangslager Friedland, die dieser Tage eingestellt werden, und ein Projekt zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse von Migrantinnen koordiniert. 2012 ist ein dreijähriges Projekt angelaufen, das das Wuppertaler Modell der Sprach- und Integrationsmittlers („SprInt“) in Göttingen etablieren soll.

Das jährliche Budget liegt bei 700 000 bis 900 000 Euro. In der Regel werden die Projekte und Beratungen durch öffentliche Mittel finanziert, die zeitlich begrenzt sind. Daraus ergibt sich ein „ständiger Kampf“ um Fördermittel und Finanzierungen, bedauert Marten. Zunehmend würden nur noch große Strukturen gefördert. Marten: „Da braucht man eine Menge Puste.

Von Karola Hoffmann