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Jahr der Genossenschaften Planungen für weitere Anlagen auf Eis
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19:46 04.04.2012
Auf der Nesselröder Turnhalle entstand 2011 die bisher letzte Anlage: Vorstände Erich Heckerodt (links) und Thomas Kistner.
Auf der Nesselröder Turnhalle entstand 2011 die bisher letzte Anlage: Vorstände Erich Heckerodt (links) und Thomas Kistner. Quelle: Tietzek
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Duderstadt

So hat die genossenschaftlich organisierte Bank bei der Gründung der Duderstädter Solar-Genossenschaft am 29. Oktober 2010 eine wichtige Rolle gespielt. Sie stellt dem Unternehmen bis heute Räume für die Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen zur Verfügung. Heckerodt übernahm im Vorstand die kaufmännische Leitung.

Die Idee, ein solches Unternehmen zu gründen, stammt von der Stadt. Duderstadt will in den kommenden Jahren in der Energieversorgung autark werden. Um das Ziel zu erreichen, müssen die Bürger für die Nutzung regenerativer Energien gewonnen werden. Auf den Hausdächern in der historischen Altstadt ist allerdings aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich, Photovoltaikanlagen zu installieren. Für die großen Dachflächen der städtischen Gebäude außerhalb des Walls, darunter Schulen und Feuerwehrhäuser, gab es gleich mehrere Interessenten. Die Genossenschaft bietet eine für alle befriedigende Lösung.

„Wir sind auch für Bürger interessant, die mitmachen möchten, aber keine allzu großen Beträge investieren wollen“, berichtet Heckerodt. Bei der Genossenschaft ist eine Beteiligung ab 500 Euro möglich. Die maximale Einlage beläuft sich auf 10 000 Euro. 125 Mitglieder hat die Genossenschaft bisher gewonnen. Die meisten sind Privatpersonen. Vereinzelt machen auch Unternehmen mit, darunter die Sparkasse. Insgesamt fünf Anlagen hat die Genossenschaft bisher realisiert.

Anlage liegt auf Eis

Eine geplante 50-Kilowatt-Anlage liegt derzeit auf Eis. Mit der anstehenden Gesetzesänderung wird die Einspeisevergütung deutlich sinken. „In den vergangenen Jahren wurden die Betreiber durch hohe Renditen verwöhnt“, sagt der technische Vorstand der Genossenschaft, Thomas Kistner. Der Grund: Die Anlagenpreise seien stärker gesunken als die Förderung.

Nun reagiere der Gesetzgeber mit einer überproportionalen Absenkung. Das treffe die Genossenschaft härter als Privatleute. Weil die Rechtsform mit ihrem Verwaltungsaufwand Kosten verursache und die Stadt zudem Miete für die Dachflächen verlange, müssten die Renditen höher sein. „Wir hoffen darauf, dass die Anlagenpreise in den kommenden Monaten noch einmal deutlich nachgeben“, erläutert Kistner.

Die Genossenschaft überlegt zudem, ob sie sich in anderen Feldern engagiert. Der Bedarf an Biogasanlagen in der Region ist jedoch nach Einschätzung des Vorstands weitgehend gedeckt. Der Bau einer Wasserkraftanlage an der Rhume ist denkbar, wäre aber teuer und würde Unterhaltungskosten verursachen. Am einfachsten umzusetzen ist der Bau von Windrädern, meinen Heckerodt und Kistner.

Von Michael Caspar

Solar-Genossen

Duderstädter Solar-Genossenschaft eG, Westerstieg 5, 37115 Duderstadt
Telefon 05 52 7 / 84 51 7-20 0
Internet: dud-solar.de