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Kitastreik Kita-Streiks in Göttingen gehen an Pfingsten weiter
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20:20 22.05.2015
Von Ulrich Schubert
Protest vor dem Neuen Rathaus in Göttingen. Quelle: Heller
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Göttingen

Unterdessen schließen sich immer mehr Erzieher vor allem in ländlichen Einrichtungen dem Arbeitskampf um mehr Anerkennung und Gehalt in den Sozialberufen an. In Duderstadt werden ab kommender Woche bereits drei Kindergärten bestreikt. Und die Streikenden bekommen immer mehr Unterstützer. Nach anderen Parteien und vielen Eltern forderte jetzt die Grüne Jugend Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) auf, sich in seiner Bundespartei für die Ziele der Erzieher einzusetzen. Und das Göttinger „Bündnis für gute Sorgearbeit und Geschlechtergerechtigkeit“ bereitet eine Demo mit Kulturfest vor: am Sonnabend, 30. Mai, um 15 Uhr am Göttinger Kornmarkt und ab 16 Uhr auf dem Nikolaikirchhof.

 
Die Erzieher und Sozialpädagogen befinden sich seit mehr als zwei Wochen in einem unbefristeten Streik. Sie fordern eine Aufwertung ihrer Berufe, unter anderem um mehr Männer für diese Tätigkeiten zu motivieren und um einem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sie fordern auch eine Anerkennung ihrer Leistung, die stetig steigenden Anforderungen gerecht würden. Und sie fordern mehr Geld.

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Die meisten Beschäftigten in der Kinder- und Jugendhilfe haben Sozialpädagogik studiert. Die Kita-Erzieherinnen werden in der Regel drei bis vier Jahre an Berufsfachschulen ausgebildet. Bezahlt werden die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten im öffentlichen Dienst nach einer eigenen Entgelttabelle. Danach bekommt eine Erzieherin (S6) in den ersten Berufsjahren monatlich brutto etwa 2600 Euro, nach etwa sieben Jahren knapp 2950 Euro und nach 17 Jahren knapp 3300 Euro. Ein Bautechniker mit vergleichbarer Schul- und Ausbildungszeit steigt laut Verdi bereits mit einem Grundentgeld in Höhe von 2900 Euro ein.

 
Sozialarbeiter verdienen nach der Tabelle nach einem Jahr gut 2990 Euro, nach sieben Berufsjahren 3500 Euro und nach 17 Jahren 3960 Euro. Ein Bauingenieur mit Studium verdient nach einem Jahr 3350 Euro, nach 17 Jahren knapp 4730 Euro. Die Angaben für den Sozialbereich haben allerdings einen Haken: Sie beziehen sich auf volle Stellen. Die weitaus meisten Erzieher und Sozialarbeiter sind aber in Teilzeit beschäftigt – mit entsprechenden Einbußen. Und ihnen werden kaum Vollzeitstellen angeboten.