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Streiks bei der Bahn Bahnstreik mit moderatem Beginn in Göttingen
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22:37 20.05.2015
Von Matthias Heinzel
Reisegruppe aus Sudheim möchte nach Kiel – und sie hat Glück: Ihr ICE fährt.
Reisegruppe aus Sudheim möchte nach Kiel – und sie hat Glück: Ihr ICE fährt. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Darunter allerdings sämtliche Züge privater Bahngesellschaften. Fernverbindungen der Deutschen Bahn AG fielen zu etwa zwei Dritteln aus und entsprachen somit in etwa der von der Bahn im Notfahrplan angekündigten Quote. Glück hatte beispielsweise eine Reisegruppe aus Sudheim. Sie hatte Kiel zum Ziel – Starthafen für eine elftägige Ostsee-Kreuzfahrt auf der „Costa Pacifica“. Einen furchtbaren Schrecken habe sie bekommen, sagte Lieselotte Lundssien, als sie am Dienstag von dem bevorstehenden Bahnstreik erfuhr: Die Ehepaare hatten Plätze im ICE direkt nach Kiel gebucht. Dann die Erleichterung: Der Notfahrplan der Bahn sah genau ihren ICE als eine der wenigen funktionierenden Verbindungen vor.

 
Das allerdings konnte die Bahnkunden kaum mit der streikenden Gewerkschaft GdL versöhnen. Grundsätzlich, sagte Manfred Walter, sei Streiken okay, „aber was sich die GdL seit Monaten erlaubt, geht weit über das zulässige Maß hinaus“. Lieselotte Lundssien hat „mittlerweile überhaupt kein Verständnis für den Streik mehr. So ein paar Leute haben ganz Deutschland im Griff – das darf doch wohl nicht wahr sein.“ Und Rosemarie Scheuermann: „Ich weiß gar nicht mehr, was das Ganze soll.“ Das sei nur eine persönliche Image-Frage von GdL-Chef Claus Weselsky. Im Gegensatz zu vielen anderen konnten die Kreuzfahrer trotz des GdL-Streiks im Göttinger Bahnhof in ihren ICE einsteigen – allerdings mit 35 Minuten Verspätung.

 
Vor dem Bahnhof, in der Halle, auf den Bahnsteigen und auf dem Parkplatz am Mittwochmorgen das mittlerweile gewohnte Bild: weitgehende Leere. Wie bei dem jüngsten Bahnstreik zuvor hatten sich die Fahrgäste offenbar gut auf den Streik eingestellt und sich vorab um andere Verkehrsmittel gekümmert.