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Weltweit 48 Millionen Euro: Messe zahlt Chefs üppige Pensionen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit 48 Millionen Euro: Messe zahlt Chefs üppige Pensionen
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11:45 25.07.2019
Bei der Deutschen Messe bekommen bislang nicht nur Vorstände, sondern auch Bereichsleiter großzügige Pensionszusagen. Quelle: Rainer Jensen/dpa
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Hannover

Die Deutsche Messe muss immer höhere Lasten für die Altersversorgung ihrer leitenden Mitarbeiter schultern. Bis Ende vergangenen Jahres sind die Rückstellungen für Pensionen für 24 ehemalige und 15 aktive Führungskräfte von 43 auf rund 48 Millionen Euro geklettert – die Differenz entspricht fast dem Zehnfachen des Gewinns. Damit liegen die Belastungen in Hannover drei- bis viermal so hoch wie bei vergleichbaren Messegesellschaften in Frankfurt, Düsseldorf oder München.

Im Unterschied zur Konkurrenz kommen bei der Deutschen Messe nicht nur Vorstände in den Genuss einzelvertraglicher Pensionszusagen, sondern auch Bereichsleiter. „Das war damals Teil unserer Personalstrategie“, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. „Wir haben das als Anreiz für die Anwerbung neuer Führungskräfte verstanden.“ Die Basis dafür bildet eine Richtlinie von 1980, die im Sommer 2008 noch einmal bestätigt wurde. Seinerzeit lagen die Rückstellungen noch bei knapp 23 Millionen Euro. Da in der Folge der Finanzkrise das allgemeine Zinsniveau immer weiter gesunken ist, muss die Messe AG seither ihre Rückstellungen für die Altersvorsorge stetig erhöhen, um ihre Verpflichtungen erfüllen zu können.

Die Messe muss sparen

Damit soll nun Schluss sein. Nach dem Aus für die Cebit und angesichts des wachsenden Wettbewerbsdrucks in der Branche müsse die Messe ihre Kosten senken, sagte der Unternehmenssprecher. Für das laufende Jahr hatte die Messe ursprünglich einen Umsatz von 364 Millionen Euro und einen Gewinn von 17 Millionen Euro geplant. Inzwischen wäre man nach HAZ-Informationen schon mit Erlösen von 347 Millionen und einem Ertrag von knapp 10 Millionen Euro zufrieden.

Zuletzt ist es der Gesellschaft zwar gelungen, am Standort Hannover neue Veranstaltungen zu entwickeln. Formate wie die „Micromobility Expo“ für elektrisch betriebene Leichtfahrzeuge, die „Clean Transport“ für die professionelle Reinigung von Verkehrsmitteln oder die neue Digitalmesse „Twenty2X“ fallen im Vergleich zu etablierten Messen wie der Domotex oder der Ligna jedoch eher klein aus.

Üppige Alimentierung soll auslaufen

Vor diesem Hintergrund will sich die Messe die üppige Alimentierung ihrer leitenden Manager nicht länger leisten. Auch von Seiten der Anteilseigner – das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover halten jeweils 50 Prozent – habe es Kritik am bisherigen Pensionssystem gegeben, verlautete aus dem Aufsichtsrat. Zuvor hatte der Landesrechnungshof die Bücher der Messe geprüft und neben der Größe des Vorstandes dem Vernehmen nach auch das Pensionssystem beanstandet. Der Vorstand wurde bereits auf zwei Mitglieder halbiert.

Um die Lasten für die Altersvorsorge zu mildern, soll künftig auch für die Führungskräfte das Modell der Zusatzversorgungskasse der Landeshauptstadt greifen: Für Mitarbeiter der Stammbelegschaft zahlt die Messe dort 8,3 Prozent des Bruttogehalts für die zusätzliche Altersvorsorge ein. Die Reform betreffe jedoch nur neue Verträge, hieß es. Die alten Pensionszusagen hätten weiter Bestand. Beim Abschluss neuer Verträge erhoffe man sich Einsparungen von 50 Prozent, sagte der Unternehmenssprecher. „Diese Reform ist ein weiterer Hebel zur Kostensenkung.“

Von Jens Heitmann

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