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Weltweit Überraschender Geldsegen: 5G-Auktion bringt dem Staat 6,6 Milliarden Euro
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Überraschender Geldsegen: 5G-Auktion bringt dem Staat 6,6 Milliarden Euro
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19:06 12.06.2019
Die 5G-Auktion hat 6,6 Milliarden Euro gebracht. Quelle: Boris Roessler/dpa
Mainz

Die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen ist abgeschlossen. Die vier teilnehmenden Firmen - die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch - bezahlen für die Frequenzblöcke insgesamt knapp 6,6 Milliarden Euro an den Staat, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Das ist deutlich mehr als erwartet.

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Die 5G-Auktion sorgt dafür, dass beim Netzausbau Geld fehlt

Ein Großteil der Experten taxierte im voraus, dass zwei bis vier Milliarden Euro bei der Auktion zusammenkommen. Von den Mobilfunkunternehmen war immer wieder zu hören, dass mit den fünf Milliarden eine Schmerzgrenze erreicht werde, über die man tunlichst nicht hinausgehen wollte.

Das es doch geschah, lag nicht zuletzt an Newcomer 1&1 Drillisch, dem Beobachter zunächst nur geringe Ambitionen nachgesagt hatten. Drillisch preschte dann allerdings mit Angeboten vor – und trieb so die Preise in die Höhe. Nun wird der Staatskasse doch noch ein heftiger Geldregen beschert, wobei die Einnahmen für den Ausbau der Telefon-Festnetze eingesetzt werden sollen.

Telekom zahlt am meisten

Am meisten zahlt die Deutsche Telekom, und zwar rund 2,17 Milliarden Euro. Vodafone zahlt 1,88 Milliarden Euro und Telefónica 1,42 Milliarden Euro. Drillisch muss 1,07 Milliarden Euro berappen - die Tochterfirma des rheinland-pfälzischen Konzerns United Internet hat bisher kein eigenes Netz, stattdessen nutzt sie bisher die Antennen der Konkurrenz. Versteigert wurden Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich. Die 2-Gigahertz-Blöcke waren deutlich teurer, da man in diesem Frequenzbereich höhere Reichweiten erzielen kann. Diese Blöcke sind allerdings erst ab 2021 oder sogar erst ab 2026 nutzbar.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach nach dem Ende der Auktion von einem „Startschuss für 5G in Deutschland“. „Ich freue mich, dass vier Unternehmen Frequenzen ersteigert haben und beim 5G-Netzausbau in Wettbewerb treten“, erklärte der Behördenchef. „Die Frequenzen sollen nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden.“

100 Mal schneller als LTE

Das Kürzel 5G steht für 5. Mobilfunkgeneration. Ein Downloadtempo von 10 Gigabit pro Sekunde kann mit 5G erreicht werden. Das ist etwa 100 Mal schneller als bei gutem LTE-Download. Wichtig ist auch die sogenannte Latenzzeit, also die Verzögerung bei der Übertragung – die könnte nur bei einer Millisekunde liegen und damit fast in Echtzeit.

Die Technologie soll die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland sichern. Bisher ist Deutschland in Sachen schnelles Internet hinten dran, mit dem neuen Standard soll das anders werden – die Bundesrepublik solle zum „Leitmarkt“ für 5G werden, heißt es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

5G betrifft viele Branchen: Autobauer setzen auf autonom fahrende Pkw und Lkw, die auch dank 5G-Datenübertragung genau Bescheid wissen über das Glatteis in der nächsten Kurve – schließlich bekommen sie die Info vom vorausfahrenden Fahrzeug. Die Industrie setzt auf Maschinen, die dank der Datenströme untereinander besser kommunizieren und Arbeitsabläufe verbessern, und Logistiker wissen genau um die Laderaum-Kapazitäten ihrer Lastwagen auf den Straßen.

Von RND/dpa