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Weltweit 737 Max: Neues Software-Problem bei Boeing entdeckt
Nachrichten Wirtschaft Weltweit 737 Max: Neues Software-Problem bei Boeing entdeckt
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08:21 27.06.2019
Die Boeing 737 MAX 9. Quelle: Ted S. Warren/AP/dpa
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Washington/Chicago

Bei der umstrittenen Boeing-Modellreihe 737 Max ist ein neues Software-Problem entdeckt worden. Die Flugaufsicht FAA habe daher eine weitere Aktualisierung der Technik angefordert, teilte der Flugzeugbauer am Mittwoch mit. Boeing stimme der Entscheidung zu und werde der Bitte entsprechen.

Piloten der Aufsichtsbehörde sollen den Fehler vergangene Woche bei Tests in einem Flugsimulator gefunden haben, wie zwei mit dem Problem vertraute Gewährspersonen sagten. Demnach kann die Störung dazu führen, dass die Nase nach unten gezogen wird.

Die 737-Max-Serie muss nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März am Boden bleiben. Eine umstrittene Steuerungssoftware von Boeing steht nach ersten Unfallberichten als mögliche Unglücksursache im Verdacht. Ob das nun von der FAA identifizierte Problem im Zusammenhang damit steht, blieb in der Mitteilung der Behörde unklar.

Flugverbot könnte noch Monate dauern

Boeing zufolge geht es um Auflagen, die im Rahmen der seit Monaten laufenden Software-Aktualisierung erfüllt werden sollen. Der Konzern sei mit den neuen Anforderungen der FAA einverstanden und arbeite daran, sie zu erfüllen.

Das neue Problem könnte die von Boeing herbeigesehnte Wiederzulassung der 737-Max-Flieger weiter verzögern. Die FAA betonte, hierbei keinen vorgeschriebenen Zeitplan zu verfolgen. Zuletzt war bereits vermutet worden, dass sich das Prüfverfahren noch Monate hinziehen könnte.

Für Boeing und die betroffenen Airlines ist der Flugstopp eine starke finanzielle Belastung, wie die Geschäftsberichte für das erste Quartal bereits zeigten. Allerdings steht Boeing selbst massiv in der Kritik - unter anderem wegen des Vorwurfs, die Entwicklung des neuen Flugzeugmodells wegen hohen Konkurrenzdrucks überstürzt zu haben.

Boeing wusste von Problemen mit Warnsystem

Ob bei der ursprünglichen Zertifizierung der Unglücksflieger alles mit rechten Dingen zuging, ist zudem Gegenstand einer Untersuchung der US-Behörden. Im Zuge der Aufklärung der Abstürze am 29. Oktober 2018 in Indonesien und am 10. März in Äthiopien räumte Boeing auch ein, bereits rund ein Jahr vor dem ersten Unglück von einem Problem der 737 Max gewusst zu haben.

Obwohl bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn der Baureihe im Mai 2017 festgestellt wurde, dass etwas mit dem Warnsystem in den Cockpits nicht stimmte, wurde die FAA erst nach dem ersten Absturz im Herbst vergangenen Jahres informiert.

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Von RND/dpa/AP