Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Geldtransfer in Sekundenschnelle
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Geldtransfer in Sekundenschnelle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:31 27.12.2017
Überweisungsformulare aus Papier sind heute schon ein Auslaufmodell. Demnächst kann man sogar per Knopfdruck Geld in Sekunden überweisen.  Quelle: HAZ
Anzeige
Hannover

Kunden von Banken und Sparkassen in Deutschland können bald Geld in Sekundenschnelle transferieren – auch ins Ausland. Bereits seit November ist der neue Service möglich, doch die Einführung wird dauern. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2018 dürfte er im großen Stil verfügbar sein. Ob und welche Extragebühren für dieses Angebot fällig werden, ist aber noch unklar. 

Bislang vergehen ein bis zwei Tage, bei grenzüberschreitenden Zahlungen oft noch länger, bis das Geld auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben ist. Jahrelang lang hat der European Payments Council (EPC) nach den Vorgaben der Europäischen Zentralbank an dem neuen System gearbeitet, seit dem 21. November können die Banken nun die sogenannte Echtzeitüberweisung, auch „instant payment“ genannt, anbieten. Möglich ist sie an jedem Tag zu jeder Tageszeit innerhalb des 34 Ländern umfassenden europäischen Zahlungsraums, auch Sepa genannt. Bis zu 15 000 Euro kann man auf die Reise schicken, spätestens nach zehn Sekunden soll das Geld auf dem Empfängerkonto angekommen sein. So schreibt es das 140-seitige Regelbuch zum „Sepa Instant Credit Transfer“ vor. Keine Bank muss jedoch mitmachen. Dennoch dürfte sich der Service rasch ausbreiten, sobald die technischen Vorausetzungen geschaffen sind. 

Daran hapert es allerdings noch. Bislang bietet hierzulande lediglich die Hypovereinsbank. Tochter des italienischen Unicredit-Konzerns, diesen Service an, aber die meisten Kunden haben davon noch nichts. Schließlich müssen bei einer solchen Überweisung beide Seiten mitspielen: Sowohl die Absender- als auch die Empfängerbank müssen also diese Zahlungsmethode eingeführt haben. Zunächst bleiben die Hypovereinsbank-Kunden deshalb unter sich. 

Deutschlands Marktführer, die Sparkassen-Gruppe, lässt sich dagegen noch Zeit. Erst im Juli 2018 wollen die Sparkassen ihren Kunden Echtzeitüberweisungen anbieten. Ein Sprecher des Sparkassenverbandes in Berlin verwies daraus, dass der zentrale IT-Dienstleister der Gruppe, die Finanz Informatik, noch an dem System bastelt. Ob und zu welchen Konditionen die einzelnen Häuser die Leistung dann anbieten, sei aber allein ihre Sache. Bei der Sparkasse Hannover hält man sich bedeckt. „Wir haben noch nicht entschieden, wie das neue Angebot aussehen soll“, hieß es. Ein Sprecher der Hannoverschen Volksbank sprach vom „Sommer oder Herbst 2018“ als Einführungstermin. Die Deutsche Bank peilt die Einführung erst für das „dritte Quartal 2018“ an. Schließlich hätten die meisten Unternehmen ihre Systeme noch gar nicht dafür ausgerüstet, sagte ein Banksprecher. Daher habe es wenig Sinn, als Bank vorzupreschen.

Was in Deutschland als Beginn einer neuen Epoche im Zahlungsverkehr gilt, ist in etlichen anderen Ländern schon ein alter Hut. Nationale Lösungen gibt es zum Beispiel in Australien, Finnland, Großbritannien, Mexiko, die Niederlande, Polen, Schweden oder Südafrika. Die möglichen Einsatzgebiete für die Echtzeitüberweisung sind vielfältig – vom privaten Gebrauchtwagengeschäft über die Ersteigerung bei Ebay bis hin zur Notüberweisung ins Ausland, wenn dem dort studierenden Kind Geld und Kreditkarte abhanden gekommen sind. Interessant ist sie jedoch besonders für den Einzelhandel. Schließlich könnte der Soforttransfer an der Kasse die Zahlung mit der Kredit- oder Bankkarte ablösen – was vor allem aus Kostengründen für den Handel sehr attraktiv wäre, weil er dann nicht mehr so viel Prozente vom Umsatz an Kreditkartenorganisationen und Banken abgeben muss.

Vor allem jedoch könnte die Echtzeitüberweisung Zahlungsmethoden ersetzen, die heute im Online-Handel eine große Bedeutung haben, weil sie dem Händler die Garantie bieten, dass er sein Geld bekommt. Paypal, Amazon, Klarna und andere Anbieter lassen sich diesen Service aber gut bezahlen. Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE) sieht daher große Möglichkeiten für Instant Payment. Es handele sich um ganz neue Zahlungsinfrastruktur, die theoretisch alle heute gängigen Zahlungsmethoden ersetzen könnte. Entscheidend sei jedoch, welche neuen Angebote die Händler auf dieser Basis entwickeln – und wie die Banken ihre Gebühren für diese Dienstleistung gestalten. 

Bundesbank rechnet mit Erfolg

Zahlungen in Sekundenschnelle könnten nach Einschätzung der Bundesbank für viele Bankkunden in absehbarer Zeit Alltag werden. „Ich bin zuversichtlich, dass Echtzeitzahlungen auf mittlere Sicht ein Erfolg werden“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in Frankfurt. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass sich das von heute auf morgen durchsetzen wird. Viel wird von Nutzerfreundlichkeit und Reichweite abhängen“, sagte er. „Heutzutage bekommt man alles in Echtzeit, dazu passen Zahlvorgänge mit langen Laufzeiten nicht mehr“, sagte Thiele. Natürlich müssten Sicherheit und Datenschutz gewährleistet sein, betont der Bundesbank-Vorstand. „Aber mögliche Missbrauchsfälle können nicht der Grund sein, Instant Payments erst gar nicht anzubieten.“

Von Albrecht Scheuermann

Mit dem Klinikum in Delmenhorst, dem Bürgerspital in Einbeck und den Paracelsus-Kliniken in Osnabrück haben in diesem Jahr bereits drei Krankenhäuser Insolvenz angemeldet. Die Krankenhausgesellschaft macht dafür auch zu niedrige Honorare verantwortlich. Die Krankenkassen sehen das anders.

30.12.2017

Die neue ICE-Strecke zwischen Berlin und München sollte für die Bahn ein Prestigeprojekt sein. Doch schon auf der Jungfernfahrt gab es Probleme. Nun stellt sich heraus: Zwei Drittel der Züge sind in den ersten Tagen mit Verspätung angekommen.

27.12.2017

Erst übernahm die chinesische Holding 2010 den Autobauer Volvo. Jetzt will sie auch Aktionär der separaten Lastwagensparte der traditionsreichen Marke aus Schweden werden - und an der weltweiten Position von AB Volvo teilhaben.

27.12.2017