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Weltweit Banken müssen Kunden besser aufklären
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Banken müssen Kunden besser aufklären
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00:17 23.12.2017
Der Zusammenbruch der Lehman-Bank im Jahr 2008 war nur ein Vorgeschmack. Viele Millionen Privatanleger haben durch fehlerhafte Bankberatung in der Weltfinanzkrise Geld verloren. Dies soll sich nicht wiederholen. Quelle: dpa
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Hannover

 Für Bankkunden bringt das neue Jahr etliche Änderungen mit sich. Dies betrifft vor allem das Wertpapiergeschäft. So werden künftig alle telefonischen Beratungsgespräche aufgezeichnet. Außerdem müssen die Geldhäuser besser über die Kosten einer Geldanlage informieren. 

Die gesetzlichen Änderungen ergeben sich aus einer Europäischen Richtlinie namens Mifid II. Hinter dem rätselhaft klingenden Kürzel verbirgt sich ein umfangreiches Gesetzespaket, das den Wertpapierhandel in der Europäischen Union gründlich verändert. Allein die Europäische Richtlinie 2014/65/EU hat einen Umfang von 150 Seiten, dazu kommen dann noch die äußerst umfangreiche nationale Gesetzgebung.

Anlass der Neuregelung sind vor allem die Erfahrungen aus der Weltfinanzkrise 2008, die zahllose Geldanleger schwer geschädigt hat. Weil Banken und Finanzdienstleister daran nach Ansicht von Anlegerschützern und Politikern eine erhebliche Mitschuld tragen, werden nun auch die gesetzlichen Vorgaben für die Wertpapierberatung verschärft. Konkret ändert sich für die Kunden unter anderem Folgendes:

Telefonaufzeichnung: Künftig müssen Banken alle Telefongespräche im Zusammenhang mit einer Wertpapierberatung aufzeichnen und fünf Jahre aufbewahren. Wenn ein Kunde mit der Aufzeichnung nicht einverstanden ist, darf die Bank ihn nicht beraten.

Geeignetheit: An die Stelle der bisher vorgeschriebenen Beratungsprotokolle tritt die sogenannte Geeignetheitsprüfung. Der Berater muss prüfen, ob die empfohlene Geldanlage zu Anlagezielen und Risikobereitschaft, finanziellen Verhältnissen und Kenntnissen des Kunden passt, und ihm eine entsprechende Erklärung zur Verfügung stellen. 

Kostentransparenz: Banken und Finanzfirmen müssen genauer als bisher über die Provisionen und Kosten im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften informieren. Dazu gehören auch genaue Angaben, wie Ausgabeaufschläge, Börsenspesen und Verwaltungsgebühren die Rendite von Fonds verringern. 

Die privaten Kunden bekommen die Änderungen schon seit Wochen zu spüren. Banken und Sparkassen verschicken dicke Briefe, um ihre Kundschaft über die umfangreichen Änderungen zu informieren. Bei der Hannoverschen Volksbank sind es zum Beispiel 25 Seiten, die an die rund 30 000 Kunden mit Wertpapierdepots gehen. Glücklicherweise hätten von ihnen schon 7000 ein elektronisches Postfach, sodass kein Versand auf dem Postweg nötig sei, erklärte ein Sprecher des Instituts.

Bei der Volksbank habe ein etwa 20-köpfiges Projektteam seit einem Jahr an der Umsetzung von Mifid II gearbeitet. Auch die Sparkasse Hannover hat nach Angaben eines Sprechers viel Arbeit investiert. Dem beträchtlichen Aufwand stehe jedoch auch eine kleiner Vorteil gegenüber. „Eine Wertpapierberatung könnte künftig etwa ein Drittel weniger Zeit beanspruchen“, hieß es bei der Sparkasse. 

Für die Kunden bedeutet Mifid II indessen einen Wust an zusätzlichen Informationen. Ob das seinen Zweck erfüllt, bezweifeln viele Banker. „Meine Frau hat mich gefragt, was sie mit dem Packen Papier machen soll, den die Bank ihr zugeschickt hat“, berichtet ein Mann aus der Branche. „Ich habe ihr geraten, alles in den Papierkorb zu werfen.“

Von Albrecht Scheuermann

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