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Weltweit Bausparkassen setzen Kunden vor die Tür
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Bausparkassen setzen Kunden vor die Tür
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22:31 13.09.2013
Von Albrecht Scheuermann
Auch Wüstenrot kündigt alte Verträge mit hohen Guthabenzinsen wegen „Übersparung“. Quelle: dpa
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Hannover

 Das ist für die Betroffenen ärgerlich, weil sie auf die eingezahlten Sparguthaben viel höhere Zinsen kassieren als heute üblich. Teilweise liegen die Sätze der alten Verträge über 4 Prozent, während Banken jetzt meist weniger als ein Prozent für Spargelder gutschreiben.
„Wir haben etwa 15 000 Kunden angeschrieben“, bestätigte eine Wüstenrot-Sprecherin. „Die Wüstenrot Bausparkasse AG hat Ende August 2013 Bausparverträge gekündigt, bei denen der Bausparvertrag mit Zinsbonus geführt wird und bei denen die Summe von Bausparguthaben und Zinsbonus die Bausparsumme übersteigt“, erläuterte das Institut.

Es handelt sich also um Verträge, bei denen die Vergabe eines Bauspardarlehens nicht mehr möglich ist. Üblicherweise wird nur 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme angespart. Die Gesamtauszahlung setzt sich aus diesen Spargeldern sowie einem Darlehen der Bausparkasse zusammen.

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Wüstenrot ist keineswegs die erste Bausparkasse, die solche Verträge von sich aus beendet. So hatte schon vor längerer Zeit auch die Bausparkasse BHW in Hameln diesen Weg beschritten. Die Branche argumentiert, dass der Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen ein wesentlicher Zweck des Bausparens sei. Da dieser Zweck durch die Übersparung des Vertrags jedoch entfalle, habe das Unternehmen ein Kündigungsrecht. Angesichts des derzeitigen Niedrigzinsniveaus sei dieses Vorgehen für eine Bausparkasse zudem „legitim und geschäftlich notwendig“, erklärte Wüstenrot.

Die Kunden dürften kaum Chancen haben, rechtlich dagegen vorzugehen. Es gibt schon mehrere Gerichtsentscheidungen zugunsten der Bausparkassen, auch der Ombudsmann des Verbands der privaten Bausparkassen, der frühere Bundesrichter Michael Klein, hat die Praxis für rechtmäßig erklärt. Auch Verbraucherschützer, so die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, sehen keine rechtliche Handhabe.

Als überspart gilt ein Vertrag schon dann, wenn das Sparguthaben allein die Bausparsumme noch nicht erreicht, wohl aber einschließlich der vertraglich vereinbarten Sonderzinsen oder Zinsboni. Daraus ergibt sich ein praktischer Tipp für Betroffene, wie sie möglicherweise ihren Vertrag länger behalten können. „Im Falle von Bausparverträgen, bei denen der Kunde seinen Bonus nachträglich reduzieren oder darauf verzichten kann, und dieses Recht in Anspruch nimmt, kann der Vertrag selbstverständlich bestehen bleiben“, erklärte Wüstenrot.

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