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12:44 17.04.2014
Von Stefan Winter
Kommt Ariane Reinhart? Quelle: HAZ
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Hannover

Als jüngst der Abschied Elke Strathmanns als Conti-Personalvorstand ruchbar wurde, brauchte ein Konzernkenner nicht lange, um das Anforderungsprofil für die Nachfolge zu zeichnen: „Erfahrung im Großkonzern, vertraut mit deutschem Arbeitsrecht, weiblich.“ Das schränkt den Kreis etwas ein, aber offenbar sind die Headhunter bereits fündig geworden: Die VW-Managerin Ariane Reinhart werde Strathmanns Nachfolge antreten, berichtete gestern das „Manager Magazin“, und die beteiligten Unternehmen mochten sich zumindest nicht zum Widerspruch durchringen. Man kommentiere das nicht, hieß es lediglich, und bei Conti verweist man in dieser Frage ohnehin stereotyp auf Mitteilungen am 25. April, wenn sich der Aufsichtsrat des Themas angenommen hat.

Außerhalb des Konzerns ist die Kandidatin bisher nicht aufgefallen, jedenfalls nicht in Deutschland. Seit anderthalb Jahren konnte sie sich allerdings in Großbritannien an eine öffentliche Rolle gewöhnen. Dort ist die 42-Jährige im Bentley-Vorstand für Personal zuständig. Sollte sie vom Bentley-Sitz Crewe nach Hannover umziehen, wäre das der zweite Abgang aus der Führung der Nobelmarke: Auch Bentley-Chef Wolfgang Schreiber tritt ab.

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Bei Continental drängt die Zeit, nachdem die Trennung von Strathmann öffentlich wurde. Die 56-jährige Mathematikerin, die ebenfalls von außen in den Konzern gekommen war, gilt zwar als hochintelligent und ist als Fachfrau unumstritten – sie soll aber mit ihrer direkten Art zu oft angeeckt sein.

Ähnliches ist von Reinhart nicht bekannt. In Wolfsburg hört man Freundliches über die promovierte Juristin, clever sei sie, konzernkompatibel, und in Großbritannien mit anspruchsvollen Aufgaben betraut. Bentley ist mit rund 4000 Mitarbeitern zwar nicht gerade der Nabel der VW-Welt, aber allein Personalarbeit auf der Insel gilt schon als eigene Herausforderung. Außerdem hat Reinhart zuvor die Weiten des Konzerns kennengelernt. 1999 kam sie in den VW-Konzern, Leitungsfunktionen im Personalbereich folgten. Unter anderem arbeitete sie in Brasilien und war Personalleiterin der Auto 5000 GmbH, die für den Bau des Minivans Touran gegründet wurde. Die Auto 5000 stellte vor allem Arbeitslose ein und war eine Art Versuchslabor für das Personalmanagement des Konzerns. Für Reinhart folgte 2007 ein Intermezzo bei der Personalberatung Odgers Berndtson, wo sie für die Autobranche zuständig war. Schon ein Jahr später kehrte sie jedoch zu VW zurück und leitete vor dem Wechsel zu Bentley die Personalarbeit für das höhere Management in Vertrieb und Marketing aller VW-Marken weltweit. Dazu gehörten zum Beispiel Einstellung von Führungskräften, Personalentwicklung und Nachfolgeplanung.

Die Aufgabe bei Conti wäre ein gehöriger Sprung: 180 000 Mitarbeiter beschäftigt der Zulieferkonzern in fünf Divisionen. Elke Strathmann soll dort nicht zuletzt deshalb unter Druck geraten sein, weil sich die Personalmanager der verschiedenen Bereiche dagegen wehrten, Aufgaben an die Zentrale abzugeben. Daran dürfte sich auch nach einem Vorstandswechsel wenig ändern.

Während die Mehrheit der Arbeitnehmerseite sie halten wollte, entschied sich Konzernchef Elmar Degenhart letztlich gegen eine Verlängerung des bis Ende 2014 laufenden Dreijahresvertrags. Nachdem das allerdings öffentlich gestreut und von Conti nicht dementiert worden ist, dürfte man über eine vorzeitige Auflösung verhandeln. „Spätestens“ Anfang 2015 werde Reinhart zu Continental wechseln, berichtet das „Manager Magazin“.

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