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Weltweit Berufsabitur startet 2018: Ausbildung und Hochschulreife parallel
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Berufsabitur startet 2018: Ausbildung und Hochschulreife parallel
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00:17 23.12.2017
Mauern bis zum Abitur: In Hannover soll es ab 2018 einen neuen Ausbildungsweg für Handwerker geben. Quelle: Foto: dpa
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Hannover

 Mit einem neuen Ausbildungskonzept will die Handwerkskammer Hannover mehr leistungsstarken Nachwuchs für ihre Betriebe gewinnen. Künftig können Jugendliche während ihrer Ausbildung auch die Fachhochschulreife erreichen. Schon im August 2018 soll in Hannover der erste Jahrgang mit dem sogenannten Berufsabitur anfangen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen“, sagte Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover

Bundesweit klagen Handwerksbetriebe seit Jahren über Nachwuchsprobleme. Vor allem Realschulabgänger mit guten Noten begeistern sich kaum noch für Berufe wie Maurer oder Maler. Das will die Handwerkskammer mit dem Berufsabitur ändern. „Es ist kein Konzept für alle Auszubildenden, sondern für die besonders leistungsstarken“, erklärte Steinmann

Dank des neuen Konzepts könne der Nachwuchs etwas Praktisches lernen, Geld verdienen und später auch studieren, warb er. „Meine Eltern wären froh gewesen, wenn das damals schon gegangen wäre.“

Langfristig, so hofft die Kammer, werden die Berufsabiturienten Führungskräfte und Meister. Dann könnten sie selbst Nachwuchs ausbilden sowie Betriebe übernehmen, deren Eigentümer sich zur Ruhe setzen. Experten schätzen, dass in den nächsten zehn Jahren ein Drittel der Firmen einen Nachfolger benötigt. „Wenn Betriebe wegfallen, schadet das in erster Linie dem Verbraucher“, sagte Steinmann

Im Rahmen des Berufsabiturs erhalten die Auszubildenden an den Berufsschulen ergänzenden Unterricht, unter anderem in Deutsch und Mathe. Für das zweite Lehrjahr ist ein zusätzlicher Schultag pro Woche vorgesehen, für das dritte ein halber Tag. Gegen Ende des dritten Jahres legen die Jugendlichen ihre Prüfungen für die Fachhochschulreife ab.

Bachelorstudium nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung können die Jung-Gesellen in einem Vollzeit-Schuljahr das Abitur machen (Allgemeine Hochschulreife). Im Vergleich zum bisherigen System sparen sie ein Schuljahr ein. Es gibt aber noch weitere Optionen, unter anderem ein Studium, das den Meisterbrief mit dem Bachelor "Handwerksmanagement" verbindet. 

Die Handwerkskammer will das Konzept zunächst in den Berufen des Bau- und Ausbauhandwerks anbieten – Beispiele sind Elektroniker, Maler, Maurer und Anlagenmechaniker. Der Unterricht soll an der BBS Metalltechnik/Elektrotechnik und der BBS 3 stattfinden.

Entwickelt wurde das Berufsabitur vom Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz. Niedersachsen gehört zu den ersten Bundesländern, die es einführen. Das niedersächsische Kultusministerium arbeitet dafür mit der Handwerkskammer Hannover und den Berufsschulen zusammen. Die Schulen erhalten ab einer Zahl von sieben Schülern ein Budget für das Anbieten solcher Bildungsgänge, erklärte das Ministerium.

Der Berufsverband der niedersächsischen Gymnasiallehrer, der Philologenverband, begrüßte das Konzept ebenfalls. „Alles, was die berufliche Bildung stärkt, ist sehr sinnvoll“, sagte der Vorsitzende Horst Audritz. Man müsse aber auch die Qualität im Auge behalten, im Sinne der Vergleichbarkeit mit dem klassischen Weg zum Abitur.

Von Christian Wölbert

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