Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Bundesbank erwartet Wirtschaftsboom
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Bundesbank erwartet Wirtschaftsboom
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:25 06.12.2013
Die Konjunkturerholung in Deutschland wird sich nach Einschätzung der Bundesbank beschleunigen. Quelle: dpa
Anzeige
Frankfurt/Main

Getrieben von der starken Binnenwirtschaft wird sich die Konjunkturerholung in Deutschland nach Einschätzung der Bundesbank beschleunigen. „Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich in einem guten Zustand: Die Arbeitslosenquote ist niedrig, die Beschäftigung steigt weiter, und der Lohnanstieg normalisiert sich“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann bei der Vorlage der neuen Halbjahresprognose der Notenbank am Freitag in Frankfurt. Zudem seien die Zinsen niedrig: „Diese Faktoren stützen den privaten Verbrauch und treiben den Wohnungsbau an.“

Nach dem schwachen Winter rechnen die Bundesbank-Ökonomen für das laufende Jahr mit einem leichten Wachstum von 0,5 Prozent. 2014 dürfte die Dynamik dann aber zunehmen: Das Bruttoinlandsprodukt werde um 1,7 Prozent steigen. Für 2015 erwarten die Notenbanker ein Wachstum um 2,0 Prozent. Der Aufschwung werde sich auch nochmals positiv auf die Beschäftigung auswirken.

Damit bleibt Deutschland Europas Konjunkturlokomotive. Denn die Wirtschaft im gesamten Euroraum wird nach den neuesten Prognosen der Europäischen Zentralbank im kommenden Jahr um 1,1 Prozent wachsen und 2015 um 1,5 Prozent.

Auch von den Weltmärkten erwartet die Bundesbank bald wieder Impulse. Zwar habe der traditionell starke deutsche Außenhandel zuletzt zur Schwäche geneigt. „Mit der weiteren konjunkturellen Aufhellung in den Industrieländern und der sich abzeichnenden Verbesserung im Euro-Gebiet sollten aber die Ausfuhren und in deren Folge Unternehmensinvestitionen und Einfuhren anziehen“, sagte Weidmann. Die deutschen Unternehmen würden von der erwarteten Expansion der Exportmärkte um vier Prozent im kommenden und fünf Prozent im darauffolgenden Jahr profitieren.

An der Preisfront wird nach Überzeugung der Bundesbank hingegen in den kommenden Jahren Ruhe herrschen. Der Anstieg der Verbraucherpreise (gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex HVPI) werde von 1,6 Prozent in diesem Jahr auf 1,3 Prozent im Jahr 2014 sinken und sich 2015 wieder auf 1,5 Prozent verstärken.

Diese Rate ohne die Energiepreise dürfte sich in Folge des verstärkten Lohnanstiegs bis zum Jahr 2015 auf 1,9 Prozent erhöhen, schreiben die Notenbanker: „Die im Vergleich zur vergangenen Dekade nachhaltig verbesserte Arbeitsmarktlage schlägt sich in einer Verstärkung des Lohnanstiegs nieder, die als Normalisierung zu sehen ist.“

Vor allem im Ausland sieht die Bundesbank Konjunkturrisiken: „Die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise im Euro-Gebiet wurden zwar eingedämmt und wichtige Reformen eingeleitet. Die hohe Verschuldung und die fortbestehenden Strukturprobleme werden jedoch die Krisenanfälligkeit der europäischen und der globalen Wirtschaft hoch halten.“

Aber auch im Inland bestehen Risiken, warnte Weidmann: „Einige der in der Koalitionsvereinbarung in Aussicht gestellten Maßnahmen wie der Mindestlohn drohen die Leistungsfähigkeit der Arbeits- und Gütermärkte zu beschädigen.“

dpa

Mehr zum Thema

Konjunkturschwäche und Mini-Preisauftrieb halten Europas Währungshüter im Krisenmodus. Neue Instrumente packen sie vorerst aber nicht aus. Zuletzt war auch über Strafzinsen für Banken spekuliert worden, um die Kreditvergabe anzukurbeln.

05.12.2013
Deutschland / Welt Kritik an Plänen der Koalition - Experten warnen vor Mütterrente

Die Rentenpläne der Großen Koalition stoßen bei Fachleuten auf Kritik. „Die Beschlüsse machen Arbeit teurer“, sagte der Deutschland-Experte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andrés Fuentes. „Das wird sich negativ auf Konjunktur und Beschäftigung auswirken.“

01.12.2013
Deutschland / Welt Wissenschaft und Wirtschaft zweifelt - Kritik an schwarz-roten Finanzplänen

Sind die schwarz-roten Finanzpläne wetterfest? Aus Wissenschaft und Wirtschaft werden Bedenken laut, Finanzminister Schäuble verteidigt die Abmachungen. Die SPD beginnt eine Werbetour bei der Parteibasis.

28.11.2013
Weltweit Warnung vor „hochspekulativem Online-Produkt“ - Chinas Zentralbank verbietet Bitcoin-Transaktionen

 Der rasante Aufstieg der Online-Währung Bitcoin berauscht Anleger in China. Jetzt zieht die chinesische Zentralbank die Notbremse und verhängt ein Verbot: Die Finanzbranche soll erst gar nicht in Versuchung kommen.

05.12.2013

Konjunkturschwäche und Mini-Preisauftrieb halten Europas Währungshüter im Krisenmodus. Neue Instrumente packen sie vorerst aber nicht aus. Zuletzt war auch über Strafzinsen für Banken spekuliert worden, um die Kreditvergabe anzukurbeln.

05.12.2013
Weltweit Nach Durchbruch in Baden-Württemberg - NRW: Einigung im Tarifkonflikt möglich

Kommt nach dem Durchbruch in Baden-Württemberg nun auch die Einigung im festgefahrenen Tarifkonflikt des NRW-Einzelhandels? Eine Einigung wäre noch vor Weihnachten möglich.

05.12.2013