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Weltweit Caritas muss Leistungen kürzen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Caritas muss Leistungen kürzen
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22:25 17.05.2019
Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten in der Hand. Quelle: Monika Skolimowska/ZB/dpa
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Köln

Bei der Pensionskasse der Caritas kommt es zu massiven Leistungskürzungen. Wie es in einer Mitteilung von Freitag heißt, hat sie die „lang anhaltende Niedrigzinsphase und die steigenden Lebenserwartungen in ihren Berechnungen zu wenig berücksichtigt“. Zudem räumt sie Fehler in der Tarifkalkulation ein, mit dem Ergebnis, zu hohe Leistungsversprechen gegeben zu haben.

Bereits in Vergangenheit stand sie unter Beobachtung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), weil im Geschäftsjahr 2017 ein hoher bilanzieller Fehlbetrag entstand, der nicht mehr durch Eigenkapital gedeckt werden konnte, wie die „FAZ“ berichtet. Ende April 2018 erarbeitete der Vorstand einen Finanzierungsplan, der jedoch binnen weniger Wochen bereits wieder als „offensichtlich unzureichend“ abgelehnt wurde.

„Arbeitgeber muss Kürzungen ausgleichen“

Allgemein setzt die Zinsflaute Pensionskassen massiv unter Druck – was oftmals negative Folgen für Betriebsrentner bedeutet. „Bislang gibt es an der Niedrigzinsfront keine Entspannung. Das können Pensionskassen auf lange Sicht nur mit einer entsprechenden Kapitalausstattung durchhalten“, sagte Friedemann Lucius, Vorsitzender des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung.

„Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung muss der Arbeitgeber Kürzungen ausgleichen“, erläuterte Lucius. „Wenn der Arbeitgeber insolvent ist, haben Betroffene aber erstmal keine Chance auf Ausgleich.“ Lucius sieht hier den Gesetzgeber in der Pflicht: „Das Thema liegt beim Europäischen Gerichtshof. Es könnte durchaus sein, dass auch für diese Fälle eine gesetzliche Insolvenzabsicherung kommt“, sagte Lucius zu Beginn der Jahrestagung der Aktuare (Versicherungsmathematiker) im April in Düsseldorf.

Kassenträger wollen kein Kapital nachschießen

Die Zinsflaute erschwert es den Einrichtungen, die hohen Zinsversprechen der Vergangenheit zu erwirtschaften. Die Finanzaufsicht Bafin drängt die Träger der Kassen, - die Arbeitgeber - Geld nachzuschießen, um Kürzungen der Betriebsrente zu vermeiden. Zuletzt hatte die Finanzaufsicht 31 der 137 Pensionskassen unter intensiver Beobachtung. Ende 2017 hatten nach Daten des Bundesarbeitsministeriums insgesamt 5,03 Millionen aktiv Versicherte Anwartschaften bei einer Pensionskasse.

Nach Lucius Erfahrungen ist es aber nicht immer einfach, alle Träger einer Kasse davon zu überzeugen, dass sie Kapital nachschießen. „Je größer die Zahl der Arbeitgeber und je heterogener ihre Interessen, desto schwieriger ist es, eine gemeinsame Linie zu finden“, sagt der Vorsitzende der Standesvertretung der deutschen Pensionsaktuare.

Von RND/ak

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