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Weltweit Bleibt nur ein Cebitchen?
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Bleibt nur ein Cebitchen?
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07:53 29.06.2017
Bis 23 Uhr sollen sich die Besucher der Cebit künftig auf dem Messegelände aufhalten dürfen. Quelle: dpa
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Hannover

Die umgestaltete Computermesse Cebit könnte deutlich kleiner ausfallen als die Veranstaltungen in der Vergangenheit. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen kalkuliert die Deutsche Messe nach 175.000 Besuchern in diesem Jahr für 2018 mit 120.000 Besuchern, die Zahl der Aussteller könnte um rund ein Fünftel auf 2300 sinken und die verkaufte Fläche um knapp ein Drittel auf etwa 90.000 Quadratmeter schrumpfen.

Das gehe aus Unterlagen hervor, die der Vorstand bei der jüngsten Sitzung des Kontrollgremiums Anfang Juni vorgestellt habe, berichteten Teilnehmer am Mittwoch.

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„Zielzahlen sind deutlich höher“

Die Messe interpretiert die Zahlen anders. Die im Aufsichtsrat genannten Daten stellten „konservativ betrachtete Finanz-Eckwerte für die Mehrjahresplanung“ dar, diese seien „nur im Gesamtkontext der Mehrjahresplanung relevant“, sagte ein Unternehmenssprecher: „Die Zielzahlen für die Cebit 2018 sind deutlich höher und orientieren sich an den Werten der Cebit 2017.“

Weniger Umsatz als erwartet

Die Krise der IT-Schau hat dem Vorstand schon mehrfach die Planungen verhagelt. Ursprünglich sollte das Unternehmen in diesem Jahr einen Umsatz von 400 Millionen Euro erreichen. Von diesem Ziel musste sich das Management verabschieden, weil die Cebit zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Für 2017 rechnet die Messe nunmehr mit Erlösen von rund 352 Millionen Euro und einem Gewinn von 16 Millionen Euro.

"Wir haben schon die ersten 1000 Tickets verkauft", sagt Messechef Oliver Frese.

Neues Konzept gleicht Rolle rückwärts

Um die Cebit wieder auf Erfolgskurs zu bringen, stellen die Veranstalter das Konzept komplett um: Vier Jahre nach der Konzentration auf ein reines Fachpublikum soll die Messe künftig auch wieder Privatleute auf das Gelände locken - vom nächsten Jahr an findet die Cebit zudem nicht mehr im Frühjahr, sondern im Sommer statt. Auch die Öffnungszeiten ändern sich: Statt von 9 bis 18 Uhr seien die Hallen künftig von 10 bis 19 Uhr geöffnet - das Freigelände sogar bis 23 Uhr, teilte die Messe gestern mit.

Für Geschäftsleute ist künftig der Bereich „d!conomy“ reserviert, in dem der digitale Wandel der Wirtschaft im Mittelpunkt steht. Im Sektor „d!tec“ werden sich junge Start-up-Unternehmen und Entwickler treffen - auch Trendsetter-Themen wie autonomes Fahren oder virtuelle Realitäten will die Cebit dort präsentieren.

Tickets werden immer teurer

Offiziell dauert die nächste Cebit weiterhin fünf Tage - der erste davon ist jedoch ausschließlich für die Medien gedacht, der letzte wird zu einem „allgemeinen Publikumstag“ erklärt. Hier soll das Tagesticket 15 Euro kosten, im Vorverkauf nur 10 Euro. Das Frühbucherprinzip gilt allgemein: Bis zum 15. August werden 5000 Eintrittskarten für die komplette Cebit für 25 Euro verkauft - im Anschluss sollen die Preise bis zum Messestart auf 200 Euro steigen. Darin seien alle Vorträge und Konferenzen enthalten, die bisher Teil des kostenpflichtigen Zusatzangebotes „Global Conferences“ waren, teilte die Messe mit. Auch Konzerte und andere Veranstaltungen auf dem Außengelände seien in dieser Flatrate enthalten. „Wir haben schon die ersten 1000 Tickets verkauft, ohne dass wir richtig in die Werbung gegangen sind“, sagte Messechef Oliver Frese.

28.06.2017
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