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Weltweit Chancen für Karstadt-Rettung stehen offenbar gut
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Chancen für Karstadt-Rettung stehen offenbar gut
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16:52 05.07.2009
Bei Karstadt werde es laut Insolvenzverwalter auch Entlassungen geben müssen.
Bei Karstadt werde es laut Insolvenzverwalter auch Entlassungen geben müssen. Quelle: Steffi Loos/ddp
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In den vergangenen Wochen habe sich Karstadt „Luft verschafft“. Im Mai und Juni seien schwarze Zahlen geschrieben worden, und „das soll im Juli auch so sein“. Seit Juli zahle die Kaufhaus-Kette auch wieder Miete für ihre Häuser. Es gebe allerdings noch einen „großen Sanierungsbedarf“. In diesem Zusammenhang werde es auch Entlassungen geben müssen.

Derweil macht sich Metro-Chef Eckhard Cordes weiter Hoffnungen auf eine Integration vieler Karstadt-Häuser in den Düsseldorfer Handelskonzern. Eine Zusammenführung von rund 60 Karstadt-Häusern mit dem Metro-Ableger Kaufhof unter dem Dach einer Warenhaus AG komme bei dem vor der Insolvenz stehenden Karstadt-Mutterkonzern Arcandor gut an, sagte Cordes. „Wir registrieren, dass diese Lösung inzwischen von vielen Beteiligten, übrigens auch von den Arbeitnehmern, als sinnvoll angesehen wird.“

Offen sei, ob die Warenhausgruppe unter dem Namen Kaufhof auftreten würde. „Wir glauben an die Zukunft des Warenhauses“, betonte Cordes. Trotzdem werde Metro nach einiger Zeit die Mehrheit an der Warenhaus-Gruppe abgeben. Cordes schloss allerdings keineswegs aus, dass Metro langfristig an der geplanten Warenhaus AG auch nach einem möglichen Börsengang beteiligt bleiben könne. „Wir blieben dann wichtiger Anteilseigner und würden zugleich Wert für die Eigentümer der Metro schaffen.“

Lieferanten von Karstadt sind offenbar die ersten Opfer der Insolvenz von Arcandor. Während die Gehälter der Mitarbeiter bis August staatlich abgesichert sind, müssen die Lieferanten nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ Abstriche machen. Bei allen Waren, die früher an Karstadt geliefert, aber bis zum Insolvenzantrag am 9. Juni noch nicht bezahlt waren, würden sie auf mindestens 25 Prozent der ihnen zustehenden Gelder verzichten müssen, gehe aus einer „Vereinbarung zur Bildung einer Verwertungsgemeinschaft“ hervor, die in der vergangenen Woche an die Karstadt-Lieferanten verschickt wurde.

Um „von allen Beteiligten Schaden abzuwenden“, sollen die Lieferanten die unbezahlte Ware in den Filialen lassen und bis zum 31. Juli einen Pool bilden. Dann sei zu erwarten, dass „wenigstens 73 bis 75 Prozent“ der Forderungen erfüllt würden, heiße es in dem Papier. Neue Ware, so Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, werde dagegen „zu 100 Prozent bezahlt“.

ddp