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Weltweit Container am Tiefwasserhafen meist leer
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Container am Tiefwasserhafen meist leer
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09:35 21.09.2013
Von Dirk Stelzl
Mehr als 90 Prozent der am Jade-Weser-Port umgeschlagenen Container seien leer, so das Tiefkühlunternehmen Nordfrost. Quelle: dpa
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Hannover

Mehr als 90 Prozent der am Jade-Weser-Port umgeschlagenen Container seien leer, erklärte am Freitag das Tiefkühlunternehmen Nordfrost, das sich dort angesiedelt hat und wegen der geringen Auslastung enttäuscht ist. Am Vortag hatte das niedersächsische Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass im ersten Jahr nach der Eröffnung am Hafen 63 414 Standardcontainer – sogenannte TEU – umgeschlagen wurden. Dies waren nur etwa 10 Prozent des erwarteten Umschlages. Nordfrost weist nun darauf hin, dass es sich vor allem um Leercontainer gehandelt habe.

In der Schifffahrt sei es nicht ungewöhnlich, dass auch leere Container transportiert würden, erläuterte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. So würden leere Container etwa nach Asien befördert – um dann gefüllt mit Waren zurück nach Deutschland gebracht zu werden. In Wilhelmshaven sei der Anteil der Leercontainer jedoch „überproportional“. Nordfrost hat am Jade-Weser-Port 46 Millionen Euro investiert und fühlt sich getäuscht, weil nicht genügend Schiffe kommen. Das Unternehmen fordert Schadensersatz und eine Senkung des Erbbaurechtszinses für das „maßlos überteuerte“ Areal am Hafen. Nach einem Gespräch zwischen Firmenchef Horst Bartels und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hat Nordfrost bisher darauf verzichtet, eine angedrohte Klage einzureichen.

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Die Realisierungsgesellschaft des Jade-Weser-Ports hat unterdessen beschlossen, bei Neuansiedlungen den Erbpachtzins ein Jahr lang auszusetzen. Dies greife zu kurz, meint man bei Nordfrost. Nach Ansicht der Firma engagieren sich der Hafenbetreiber Eurogate und die Reederei
Maersk nicht genügend dafür, dass mehr Schiffe nach Wilhelmshaven kommen. Eine Ablösung des Betreibers dürfe „nicht vollkommen ausgeschlossen“ werden. So sei denkbar, die Leistung an chinesische Investoren zu vergeben. „Ein solcher Schritt könnte sehr wahrscheinlich eine zukunftsweisende Wende in Wilhelmshaven herbeiführen.“ Das Wirtschaftsministerium hält den Vorschlag für unrealistisch, da es langfristige Verträge mit Eurogate gebe. Der Vorstoß von Nordfrost trage zusätzlich zur Verunsicherung am Markt bei, sagte der Ministeriumssprecher.

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