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Weltweit Conti droht Ärger in den USA
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Conti droht Ärger in den USA
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20:57 19.04.2014
Quelle: Peter Steffen (Symbolbild)
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New York/Hannover

In einer bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Kalifornien eingereichten Klage wird die Conti-Tochter Continental Automotive Systems US beschuldigt, von ihr für den GM-Konzern produzierte Airbags hätten nicht funktioniert. Continental betont, dass die „Systeme“ des Unternehmens „dem Stand der weltweiten Technik“ entsprächen.

Hintergrund ist ein Zündschlossdefekt bei GM-Fahrzeugen. Zündschlösser waren zu schwach ausgelegt, sodass sie während der Fahrt auf die „Aus“-Position sprangen. Als Folge können dabei auch Servolenkung, Bremskraftverstärker sowie Airbag ausfallen. Der Fehler wird mit 13 Todesfällen in Verbindung gebracht. 2,6 Millionen Autos der Opel-Mutter aus den Jahren 2003 bis 2011 wurden zurückgerufen.

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Nach Darstellung der Kläger stellte Conti Airbagsysteme für die betroffenen Wagen her. Demzufolge gehören dazu auch Sensoren, die bestimmen sollen, ob und wann ein Airbag bei einem Unfall aufgeblasen wird. Das System von Continental sei fehlerhaft, weil es sich ausschalte, wenn der Zündschlüssel in eine andere Position gebracht werde, heißt es in der Klageschrift. Der Anwalt Adam Levitt behauptet, Continental habe anscheinend schon im Jahr 2005 von dem Fehler gewusst. Damals habe es ein Treffen mit Vertretern von General Motors gegeben, um nach einem Unfall zu ermitteln. Continental habe weder die Airbags überarbeitet noch die zuständige Behörde oder die Öffentlichkeit gewarnt.

„Die angeblich in Kalifornien eingereichte Klageschrift eines Anwalts ist uns noch nicht zugegangen“, sagte eine Continental-Sprecherin am Freitag. Daher können das Unternehmen zu Details keine Stellung nehmen. Die Sprecherin hob jedoch hervor: „Unsere Systeme entsprechen dem Stand der weltweiten Technik und erfüllen voll und ganz die exakten Spezifikationen unserer Kunden.“ Vor einigen Tagen hatte der Konzern bereits erklärt, es sei in der Branche üblich, dass Airbags bei ausgeschalteter Zündung nicht ausgelöst würden.

Continental ist nicht der erste Zulieferer, gegen den in dem GM-Fall geklagt wird. Auch der Zündschalterhersteller Delphi Automotive ist betroffen. Wie aus Delphi-Unterlagen an die Verkehrs­sicherheitsbehörde NHTSA hervorgeht, gab es auch Probleme mit Zündschlössern bei Fahrzeugen der Marke Cadillac.

GM hat wiederholt erklärt, die wegen der Zündschlossprobleme zurückgerufenen Autos könnten weiterhin sicher gefahren werden, sofern sich nicht mehr als der Zündschlüssel am Schlüsselbund befindet. Dies sei durch mehr als 80 Tests belegt. Opferanwälte und Verbraucherschützer scheiterten am Donnerstag vor einem texanischen Gericht mit ihrem Antrag, den Betrieb der Fahrzeuge so lange zu untersagen, bis Reparaturen vorgenommen wurden.

 rtr/dpa/dis

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