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Weltweit Conti startet Winterreifensaison
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Conti startet Winterreifensaison
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21:38 02.11.2015
Von Lars Ruzic
Quelle: dpa
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Hannover

Und wieder einmal bricht sie über uns Autofahrer herein wie der erste Frost - die Winterreifensaison. Plötzlich sind die Werkstätten überfüllt, die ersten Marken und Größen angeblich nur noch schwer lieferbar. Für die Hersteller kommt es zum Schwur. Das Gros ihrer Produktion haben sie längst an den Handel ausgeliefert - jetzt zählt, wie sich die Pneus dort verkaufen.

Dass der Continental-Konzern dabei die Rolle des Platzhirsches einnimmt, ist auf dem deutschen Markt üblich. Die Hannoveraner sind Marktführer im Erstausrüstungs-, Endverbraucher- und vor allem im Winterreifengeschäft - und zwar europaweit. In Deutschland liegt das nicht nur an guten Testergebnissen, sondern auch an patriotischen Käufern - auch wenn die meisten Conti-Reifen längst aus Tschechien oder Rumänien kommen.

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Eines war den Hannoveranern bislang nicht vergönnt: auch bei den Preisen an der Spitze zu stehen. Den Premiumnimbus hat sich über all die Jahre der französische Konkurrent Michelin bewahrt. Bis 2015. In dieser Winterreifensaison liegt Conti beim Durchschnittspreis erstmals minimal vor Michelin - und zwar um 0,6 Prozentpunkte.

Das hat eine Erhebung des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) ergeben, über die das Branchenblatt „Neue Reifenzeitung“ berichtet. Demnach haben sich Michelin-Reifen zum Vorjahr im Schnitt um 2,9 Prozent verbilligt, während Conti nur 0,5 Prozent günstiger wurde. Im Schnitt gingen die Preise um 1,3 Prozent zurück - nicht überraschend angesichts von Öl- und Kautschukpreisen auf Niedrigniveaus.

De facto könnte der Verbraucher deshalb weit deutlichere Senkungen erwarten. Da für ihn der Reifenkauf jedoch ein alle paar Jahre wiederkehrendes notwendiges Übel darstellt und er die Preisentwicklung deshalb nicht verfolgt, können Hersteller und Händler weitgehend walten, wie sie wollen.

Continental ist dabei in den vergangenen Jahren besonders geschickt vorgegangen. Die Hannoveraner hielten einfach die Preise oben - ihre Produkte wurden trotzdem gekauft. So bezahlt Otto Normalfahrer die Dividenden­zuwächse der Conti-Aktionäre. Zuletzt ist der operative Gewinn der Reifen­sparte doppelt so schnell gestiegen wie der Umsatz. Von 100 Euro Reifen­erlösen bleiben inzwischen 21 Euro in den Conti-Kassen.

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