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Weltweit Daimler-Mitarbeiter protestieren weiter gegen Verlagerung der C-Klasse
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Daimler-Mitarbeiter protestieren weiter gegen Verlagerung der C-Klasse
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12:18 04.12.2009
Bereits am Donnerstagabend hatten Daimler-Mitarbeiter in Sindelfingen gegen die Pläne des Konzerns protestiert. Quelle: ddp
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Erneut haben tausende Beschäftigte des Autokonzerns Daimler in Sindelfingen am Freitag gegen die Produktionsverlagerung der C-Klasse protestiert. 15.000 Mitarbeiter seien am Morgen auf die Straße gegangen, teilte die IG Metall Stuttgart mit. Am Nachmittag sei ein weiterer Protestzug geplant.

Daimler hatte am Mittwoch angekündigt, die Fertigung der erfolgreichen Baureihe aus dem Traditionswerk Sindelfingen abzuziehen. Die C-Klasse soll ab 2014 vor allem in Bremen und in den USA gefertigt werden.

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IG-Metall-Vertreter Uwe Meinhardt kritisierte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Wenn er sage, es gebe keine Alternative zu der Entscheidung, dann sei Zetsche „ein Getriebener einer Entwicklung“, die er verpasst habe. Der Vorstand habe es versäumt, das Premiumsegment „neu zu definieren: ökologisch, leistungsstark und bezahlbar“, erklärte Meinhardt.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte die Pläne gegen die massive Kritik der Arbeitnehmer verteidigt. „Man könnte die Situation aus heutiger Sicht überspitzt so darstellen, dass wir nicht vor der Alternative standen, die C-Klasse in Sindelfingen für die USA zu produzieren, sondern ob wir sie für die USA überhaupt noch produzieren können oder nicht“, sagte Zetsche den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagausgabe). Die Entscheidung bleibe auch dann richtig, falls der Dollar späte wieder einmal steigen sollte. „Wenn Sie in starkem Maße Produktion und Absatz in unterschiedliche Währungen setzen, dann sind Sie ein Spekulant. Nur wer diese Schere in Teilen schließt, verhindert ein Abrutschen ins Negative und handelt als Unternehmer.“

Zetsche äußerte zugleich Verständnis für die Arbeitsniederlegungen durch die Daimler-Mitarbeiter. „Bei Mitarbeitern, die teils über Generationen hervorragende Leistungen gebracht haben, entsteht schon mal das Gefühl, dieses Modell gehöre sozusagen ihnen“, sagte er. „Richtig ist aber auch, dass es den Mitarbeitern an erster Stelle um einen sicheren Arbeitsplatz geht.“

afp/ddp

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