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Weltweit Daimler verlangt Bluttests von Stellenbewerbern
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15:36 28.10.2009
Die Bluttests bei Daimler haben Datenschützer auf den Plan gerufen. Quelle: ddp
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Nach Medienberichten über Blutproben-Untersuchungen von Stellenbewerbern beim Autokonzern Daimler hat die baden-württembergische Behörde für den Datenschutz im nichtöffentlichen Bereich eine Überprüfung eingeleitet. Dies teilte das Landesinnenministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. Dem Radiosender NDR Info liegen nach Angaben vom Mittwoch Unterlagen vor, nach denen den potenziellen Mitarbeitern des Autokonzerns noch während der Bewerbungsphase Blut abgenommen wurde.

Daimler räumte ein, „im Rahmen einer Einstelluntersuchung“ werde “ärztlich untersucht, ob der Bewerber für die Stelle, für die er sich beworben hat, geeignet ist“. Eine Daimler-Sprecherin kritisierte in Stuttgart allerdings, der NDR habe in seiner Berichterstattung etwas „durcheinander geschmissen“. So würden nicht alle Bewerber eine Blutprobe abgeben. Erst wenn ein Kandidat für die Stelle ausgewählt sei, werde er vom werksärztlichen Dienst untersucht. Die Sprecherin räumte aber zugleich ein, dass manche Bewerber bei der Untersuchung noch nicht davon unterrichtet seien, dass sie schon den Zuschlag für die Stelle erhalten hätten.

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Der werksärztliche Dienst gebe keine Diagnosen oder Blutwerte an die Personalabteilung weiter, betonte die Sprecherin. Er gebe nur ein Urteil darüber ab, „ob der Mitarbeiter den Job auch ausüben kann“. Solche Untersuchungen seien in vielen, vor allem in großen, Unternehmen üblich.

Das Vorgehen des Autokonzerns stößt dem Bericht zufolge bei Experten auf Kritik. Arbeitsrechtler hätten darauf hingewiesen, dass Jobsuchende solche Bluttests kaum ablehnen könnten. Ansonsten müssten sie befürchten, aus dem Bewerbungsverfahren ausgeschlossen zu werden. Laut Gesetz dürfen Bewerber zu Gesundheitstests nicht gezwungen werden. Die Untersuchungen stellten „einen tiefen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Arbeitnehmern dar“, hieß es weiter.

Das Landesinnenministerium hatte erst am Vormittag mitgeteilt, dass die Daimler AG zum wiederholten Mal wegen der Erhebung und Speicherung von Krankendaten ihrer Mitarbeiter gerügt wurde.

ddp

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