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Weltweit „Mindestlohn Gefahr für Jobs in Niedersachsen“
Nachrichten Wirtschaft Weltweit „Mindestlohn Gefahr für Jobs in Niedersachsen“
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21:25 21.10.2013
Von Alexander Dahl
Nach Ansicht von Unternehmern und Verbänden koste ein flächendeckender Mindestlohn 10.000 Jobs in Niedersachsen. Quelle: dpa (Archiv/Symbolfoto)
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Hannover

Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, verwies am Montag auf Einschätzungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Danach könnten bei einer schnellen Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns bundesweit rund eine Million Arbeitsplätze verloren gehen.

In Niedersachsen verdienen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 350.000 Beschäftigte derzeit weniger als 8,50 Euro die Stunde. Nach Einschätzungen aus Arbeitgeberkreisen könnten davon 100.000 in Gefahr geraten: Es drohe eine Ausweitung von 450-Euro-Jobs und von Schwarzarbeit.

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Sorgen machen sich nicht zuletzt die Arbeitgeber im Bereich Agrar und Ernährung. Albrecht Busmeyer, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Agrargenossenschaften und Ernährung in Niedersachsen, sieht vor allem in der politischen Festlegung des Lohns ein Problem: „Das wird wie auf einem Basar: Wahlkämpfende Politiker überbieten sich mit immer höheren Lohnuntergrenzen – und Wahlkampf haben wir in unserem föderalen Deutschland ja immer.“

Vergleich zu anderen Euro-Staaten mit Mindestlöhnen

Die Unternehmerverbände Niedersachsen sehen Beschäftigungschancen für Berufseinsteiger, Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte schwinden. Diese Gruppen hätten es auch in anderen EU-Staaten mit Mindestlöhnen schwer, überhaupt auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In Südeuropa und in Frankreich trage die dortige Mindestlohnregelung zu einer insgesamt überdurchschnittlichen Arbeitslosenquote bei.

Die Arbeitgeber betonen, der richtige Weg liege weiterhin darin, spezielle Verhandlungslösungen je nach Branche und Region zu finden. Auf diese Weise war es in jüngster Zeit bereits zu einer Vielzahl von Branchenmindestlöhnen gekommen, auch in der Pflege, in der Zeitarbeit und sogar bei den lange ungeregelten Beschäftigungsverhältnissen der Friseure.

Fleischbranche verhandelt am Dienstag: Am Dienstag setzen sich Vertreter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Fleischindustrie zum ersten Mal in Hannover an einen Tisch. Ziel sei ein Mindestlohn für alle Beschäftigten in der Fleischwirtschaft, sagt Michael Andritzky, Chef des Verbands der Ernährungswirtschaft Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt. Er wolle es den „schwarzen Schafen“ in der Branche unmöglich machen, „Dumpinglöhne zu zahlen und das Ansehen der Branche weiter zu beschädigen“. Der Verband vertritt auch die vier großen Schlachtkonzerne Tönnies, Vion, Danish Crown und Westfleisch.

21.10.2013
Lars Ruzic 21.10.2013