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Weltweit Nach WLTP-Debakel: Deutsche Autoproduktion 2018 eingebrochen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Nach WLTP-Debakel: Deutsche Autoproduktion 2018 eingebrochen
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12:58 09.04.2019
Ohne neues Abgaszertifikat durften Fahrzeuge nicht in den Handel – und promt mussten Autobauer ihre Produktion runterfahren. Quelle: dpa
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Wiesbaden

Die Produktion von Autos und Kraftwagenteilen in Deutschland ist in der zweiten Jahreshälfte 2018 deutlich zurückgegangen. Das Statistische Bundesamt registrierte im Vergleich zum ersten Halbjahr einen Rückgang um 7,1 Prozent, wie die Behörde am Dienstag berichtete.

In den Werten sind kalender- und Saisoneffekte bereits berücksichtigt. Der zentrale Industriezweig zieht auch das gesamte Verarbeitende Gewerbe nach unten: Im gleichen Zeitraum sank hier die Produktion um 2,0 Prozent. Ohne den Automobilsektor war es nur ein Rückgang um 0,9 Prozent.

Ein Hauptfaktor war die Umstellung auf den neuen europäischen Abgas-Messstandard WLTP, mit der zahlreiche Hersteller Schwierigkeiten hatten. Vielen von Ihnen gelang es nicht, ihre gesamte Produktpalette bis zur Einführung des WLTP-Tests im Herbst zu zertifizieren. Allein bei Porsche brach in dem Zeitraum der Absatz in Europa um 30 Prozent ein, wie aus den jüngst veröffentlichten Zahlen des Autobauers hervorgeht. Eigenen Angaben zufolge ringt Porsche bis heute mit den Folgen. Zugleich ging auch die Nachfrage in China zuletzt deutlich zurück.

Auch bei VW sorgte der Ärger mit dem WLTP-Standard für Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Management. Betriebsratchef Bernd Osterloh hatte angesichts der Diskussion über einen Sparkurs bei dem Autobauer zuletzt kaum eine Gelegenheit ausgelassen, das „mangelhafte Management“ des neuen Abgastests – und damit die Führungsebene von VW – zu kritisieren.

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Von RND/dpa