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Weltweit Deutsche Bank schaltet nach erstem Gewinn seit 2014 auf Wachstum
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Deutsche Bank schaltet nach erstem Gewinn seit 2014 auf Wachstum
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13:39 01.02.2019
Die Deutsche Bank hat 2018 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Quelle: Andreas Arnold/dpa
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Frankfurt/Main

Die Deutsche Bank schöpft nach dem ersten Gewinnjahr seit 2014 Hoffnung. „Wir sind natürlich noch nicht dort, wo wir hinwollen“, räumte Konzernchef Christian Sewing bei der Bilanzvorlage am Freitag in Frankfurt ein. „Aber wir sind überzeugt, dass wir die Grundlage geschaffen haben, um wieder nachhaltig die Rendite für unsere Aktionäre zu steigern.“

Mit 341 Millionen Euro fiel der Überschuss 2018 mager aus - sowohl im Vergleich zu den Rekordzahlen der US-Konkurrenz als auch gemessen an der Historie des größten deutschen Geldhauses. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn betrug 267 Millionen Euro.

„Die Rückkehr in die Gewinnzone zeigt, dass die Deutsche Bank auf dem richtigen Weg ist“, befand Sewing. „Nun geht es darum, den nächsten Schritt zu tun: Wir werden 2019 die Kosten weiter senken und gleichzeitig gezielt in Wachstum investieren. So werden wir unsere Profitabilität auch über das laufende Jahr hinaus substanziell steigern.“ Wachstumschancen sieht der Vorstand beispielsweise im Kreditgeschäft mit Privat- und Firmenkunden. Eine konkrete Gewinnprognose für 2019 nannte Sewing nicht.

Deutsche Bank verbuchte 2015 den bisher höchsten Verlust

Im Geschäftsjahr 2015 hatte die Deutsche Bank mit rund 6,8 Milliarden Euro den bisher höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte verbucht, 2016 summierte sich das Minus auf knapp 1,4 Milliarden Euro, 2017 standen 735 Millionen Euro Verlust in den Büchern.

Im Schlussquartal 2018 rutschte der Dax-Konzern allerdings nach drei soliden Vierteljahren wieder in die roten Zahlen. Für Oktober bis Dezember standen 409 Millionen Euro Verlust in den Büchern. Das war zwar deutlich weniger als das Minus von 2,4 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, bedeutete aber dennoch einen Rückschlag.

„Negative Nachrichten“ rund um Geldwäsche-Razzia als Grund

Die Deutsche Bank erklärte dies mit dem allgemein herausfordernden Marktumfeld, aber auch mit „negativen Nachrichten“ rund um die Geldwäsche-Razzia Ende November: Damals hatte ein Großaufgebot von Ermittlern im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ die Bank-Zentrale in Frankfurt durchsucht. Der Vorwurf: Mitarbeiter des Instituts sollen Kunden geholfen haben, Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen zu gründen und so Gelder aus Straftaten zu waschen.

Auch im Zusammenhang mit dem Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank wird die Deutsche Bank immer wieder genannt, weil sie Korrespondenzbank der Danske in Estland war. Rechtsvorstand Karl von Rohr betonte, es gebe weder im Fall der „Panama Papers“ noch im Zusammenhang mit der Danske Bank bislang „Hinweise auf ein Fehlverhalten der Bank oder unserer Mitarbeiter“. Rückstellungen habe die Deutsche Bank bisher für keinen der beiden Fälle gebildet.

Christian Sewing drückt beim Konzernumbau aufs Tempo

Der Vorstand sieht sich beim Aufarbeiten der teils unrühmlichen Vergangenheit des Instituts auf gutem Weg. Inzwischen seien 19 der 20 Rechtsfälle ganz oder teilweise beigelegt, die Anfang 2016 das größte finanzielle Risiko bargen, teilte die Bank mit. „Es sind keine neuen Angelegenheiten hinzugekommen, die hinsichtlich ihrer Größe oder ihres finanziellen Risikos diesen Fällen ähnlich wären.“

Beim Konzernumbau, den bereits sein Vorgänger John Cryan begonnen hatte, drückt Sewing aufs Tempo. Der Stellenabbau kommt etwas schneller voran als zunächst angestrebt. Ende 2018 beschäftigte der Dax-Konzern auf Vollzeitbasis gut 91 700 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es noch etwas mehr als 97 500. Bis Ende 2019 will der Vorstand die Zahl der Vollzeitstellen auf „deutlich unter 90 000“ verringern. „Natürlich ist es so, dass wir auch weiter reduzieren werden“, sagte Sewing. Konkrete Zahlen über 2019 hinaus nannte er jedoch nicht.

Jahresgewinn soll sich für Aktionäre auszahlen – zumindest etwas

Für die Aktionäre soll sich der erste Jahresgewinn seit 2014 zumindest etwas auszahlen: Der Vorstand will wie ein Jahr zuvor eine Dividende von 11 Cent je Aktie ausschütten. Der Kurs der Aktie ist jedoch seit Monaten unter Druck, Ende Dezember 2018 war bei 6,68 Euro der historische Tiefststand erreicht. Auch deshalb halten sich hartnäckig Spekulationen, die Deutsche Bank und die Commerzbank könnten von der Politik zur Fusion gedrängt werden. Der Bund ist mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank.

Von RND/dpa

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