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Weltweit Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank ist geplatzt
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank ist geplatzt
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13:09 25.04.2019
Die Zentralen der Deutschen Bank (l) und der Commerzbank sind neben einem Baukran zu sehen. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Frankfurt/Main

Die Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank sind gescheitert. Aus einer Fusion wird nichts. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien ergebnislos beendet worden, teilten die Institute am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die Entscheidung ist demnach im Einvernehmen gefallen: Die Vorstände beider Institute teilten mit, nach gründlicher Prüfung zum Schluss gekommen zu sein, dass ein Zusammenschluss keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde.

Die Entscheidung sei mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen gefallen, die mit einer solchen Integration einhergehen würden, erklärten beide Geldhäuser weiter.

Die Deutsche Bank betonte außerdem, weiterhin alle Alternativen zu prüfen, um langfristig die Profitabilität und die Renditen für die Aktionäre zu steigern. Am Vortag hatte es Medienberichte gegeben, denen zufolge die deutsche Bank eine Fusion ihrer Vermögensverwaltung DWS mit der Schweizer UBS-Bank erwägt.

Aktienkurs der Deutschen Bank steigt

Vor Bekanntgabe der geplatzten Fusion berichtete ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters: „Es läuft wohl auf einen Abbruch der Gespräche hinaus.“ Zudem berichtete das „Wall Street Journal“, dass die Gespräche festgefahren seien. Es habe an vielen Punkten, die von fehlender Unterstützung wichtiger Investoren bis zum Widerstand der Arbeitnehmer reichten, gehakt. Das berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Beide Parteien waren deshalb weit davon entfernt, eine Fusionsvereinbarung zu unterzeichnen.

Die Aktien der Deutschen Bank sind nach Medienberichten über ein mögliches Scheitern der Fusionsgespräche mit der Commerzbank gestiegen. Die Aktie des größten deutschen Geldhauses, das bei einer Fusion der Käufer gewesen wäre, legte am Donnerstag um 0,8 Prozent zu und dämmte damit die Verluste der Vortage ein.

Anders sah es bei der Commerzbank aus: Die Papiere der teilverstaatlichten Bank, die im Falle eines Zusammenschlusses von der Deutschen Bank übernommen werden würde, gaben rund eineinhalb Prozent nach und bauten damit die Verluste der Vortage aus.

Seit Mitte März verhandelten die zwei größten deutschen Privatbanken über einen möglichen Zusammenschluss. Durch diese Fusion wäre die größte deutsche Bank entstanden– und mehrere zehntausend Jobs wegfallen.

Grünen-Politiker Giegold: „Klatsche für Olaf Scholz“

Sven Giegold, Spitzenkandidat der Grünen für die Europawahl, begrüßt die abgesagte Fusion. „Das ist eine Klatsche für Olaf Scholz und seinen Größenwahn“, sagte Giegold dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Es war von Anfang an unverständlich, dass Scholz als Sozialdemokrat diese Megafusion gegen den Willen der Belegschaft durchziehen wollte“, sagte der Grünen-Europaabgeordnete und forderte: „Finanzminister Scholz sollte jetzt die akuten Herausforderungen wie mehr Investitionen in Europa und die klimafreundliche Modernisierung unserer Wirtschaft anpacken, anstatt sich selbst mit absurden Projekten Denkmäler setzen zu wollen.“

Giegold zufolge wäre die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank „irrsinnig“ gewesen. Es sei gut, dass darunter nun ein Schlussstrich gezogen worden sei. „Die Commerzbank hätte sich unkalkulierbare Risiken ins Haus geholt. Mit einer Fusion hätte ein Bayer der Bankenwelt gedroht“, sagte Giegold dem RND.

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Von RND/dpa/ka