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Weltweit Deutsche Manager zweifeln am Aufschwung
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Deutsche Manager zweifeln am Aufschwung
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20:41 23.11.2009
Blick auf den Container-Umschlag im Hamburger Hafen. Quelle: ddp
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Die Umfrage hatte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellt. „Die große Mehrheit von 70 Prozent befürchtet eine schleppende Entwicklung in nächster Zeit“, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin. Grund: Die exportabhängige Wirtschaft befürchtet einen trägen Welthandel, Probleme mit der Kreditversorgung und steigende Rohstoffpreise.

Nach Einschätzung des Instituts wird 2010 „mit einem Plus von 1,5 Prozent wieder ein Wachstumsjahr“ – eine „kräftige Erholung ist damit aber nicht verbunden“, erklärte Hüther. Mehr als ein Drittel der 1800 befragten Firmen wird im kommenden Jahr die Produktion steigern, fast 28 Prozent erwarten ein Plus beim Export und fast ein Viertel wollen mehr investieren als in diesem Jahr. Von den befragten Unternehmen erklärten 53 Prozent, dass ihre aktuelle Produktion niedriger sei als vor einem Jahr; im Frühjahr hatte der Wert noch bei fast 64 Prozent gelegen.

Anders als die Bundesregierung und die Wirtschaftsweisen, die weniger als vier Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2010 erwarten, rechnet das IW damit, dass deren Zahl auf 4,2 Millionen steigen wird. Nach der IW-Untersuchung planen fast ein Drittel der befragten Firmen, im nächsten Jahr Personal abzubauen. Nur 16,7 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen.

Nach Einschätzung der Stiftung Familienunternehmen werden insbesondere eigentümergeführte Betriebe den Arbeitsmarkt entlasten. Zwischen 2006 und 2008 hätten diese ihre Mitarbeiterzahl um 2,2 Prozent erhöht, während die im DAX notierten Konzerne 2,6 Prozent ihrer Stellen abgebaut hätten. Familienbetriebe verfolgten langfristige Strategien und profitierten von einer vergleichsweise hohen Eigenkapitalquote, sagte Stiftungsvorstand Brun-Hagen Hennerkes.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) erwartet für das vierte Quartal dieses Jahres „ein recht ordentliches Wirtschaftswachstum“, wie der geschäftsführende Vorstand Manfred Weber sagte. Spätestens 2010 sei indes wieder mit einer spürbaren Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu rechnen, weil die Weltwirtschaft wegen des Auslaufens der staatlichen Konjunkturprogramme an Schwung verliere. Auch der Bankenverband erwartet ein Konjunkturplus von 1,5 Prozent – ein Zurückfallen in die Rezession werde es daher 2010 nicht geben, hieß es.

Sorgen bereiten den Banken vor allem die ersten beiden Quartale des kommenden Jahres, in denen die meisten Unternehmen ihre Bilanzen für 2009 vorlegen werden. Darin werde sich das ganze Ausmaß der Wirtschaftskrise widerspiegeln. Sinkende Gewinne oder gar rote Zahlen schlagen auf die Bonität der Unternehmen durch und belasten die Bilanzen der Banken, die ihnen Kredite gegeben haben: „Folglich wird deren Fähigkeit, neue Kredite zu vergeben, also genau in dem Moment eingeschränkt, in dem der Aufschwung finanziert werden muss.“

Von Alexander Dahl

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