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Weltweit Messe für Halal-Produkte startet 2020 in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Messe für Halal-Produkte startet 2020 in Hannover
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16:04 29.04.2019
Messegelände in Hannover: Mehrere neue, kleine Messen Quelle: dpa
Hannover

Die Deutsche Messe AG veranstaltet im März 2020 zum ersten Mal eine Messe für Halal-Produkte. „Ziel ist es, insgesamt eine Halle mit rund 40 Ausstellern zu belegen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der HAZ. Zusätzlich werde man ein Konferenzprogramm anbieten. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Lebensmittel, Getränke und Kosmetik.

Mit dem Begriff Halal werden Produkte bezeichnet, die aus Sicht der islamischen Religion von Gläubigen konsumiert werden dürfen. Zum Beispiel gilt Fleisch von Hühnern, Rindern und Schafen als halal, Schweinefleisch jedoch nicht. Deshalb bietet etwa Haribo auch Halal-Gummibärchen an, die Rinder- statt Schweingegelatine enthalten.

Die Deutsche Messe AG hat in letzter Zeit mehrere neue, kleine Messen vorgestellt – neben der Halal-Messe zum Beispiel die Micromobility Expo, die sich um Elektro-Scooter und E-Bikes dreht und in dieser Woche stattfindet. Die Halal-Messe und die Micromobility Expo wurden von Mitarbeitern im Rahmen eines „internen Ideenfindungsprozesses“ vorgeschlagen.

Ganz neu ist die Idee einer Halal-Messe allerdings nicht. Die Messe Stuttgart kündigte bereits 2013 eine „Halal Expo“ an, diese wurde jedoch einige Monate vor dem angepeilten Termin abgesagt. Laut einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ konnten die Veranstalter wider Erwarten nicht genügend Aussteller finden.

Großer Markt für Halal-Produkte

Mehr Erfolg hatte die „European Halal Expo“ in Utrecht, sie fand im Juni 2018 mit rund 100 Ausstellern statt. „Mit mehr als 50 Millionen muslimischen Einwohnern ist Europa einer der wichtigsten Märkte für Halal-Produzenten“, schreiben die Organisatoren auf ihrer Webseite. Die Europäische Halal-Industrie mache einen Jahresumsatz von 70 Milliarden Dollar und wachse schnell.

Auf dem Markt gibt es diverse Siegel für angeblich Halal-konforme Produkte. Der Begriff ist in der EU allerdings nicht gesetzlich definiert, anders als zum Beispiel Bio. Auch islamische Rechtsgelehrte legen ihn unterschiedlich aus. Was genau halal ist und was nicht, ist deshalb im Einzelfall oft umstritten.

Im Zusammenhang mit halal ist oft auch von betäubungslosem Schlachten – oder Schächten – die Rede. Das ist in Deutschland jedoch grundsätzlich verboten, Ausnahmen gibt es nur unter strengen Auflagen. „Halal-Schlachtungen erfolgen hier demnach fast ausschließlich mit Betäubung“, erklärt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Es gebe auch Halal-Siegel für Fleisch von Tieren, die mit Betäubung geschlachtet wurden.

Von Christian Wölbert

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