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Weltweit Deutsche Seehäfen schlagen wieder mehr Güter um
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Deutsche Seehäfen schlagen wieder mehr Güter um
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20:20 16.11.2010
Von Jens Heitmann
Ein Containerschiff wird im Hamburger Hafen entladen.
Ein Containerschiff wird im Hamburger Hafen entladen. Quelle: dpa
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Die deutschen Seehäfen schlagen wieder mehr Güter um. Allerdings ist der Abstand zum Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise weiterhin groß. Für das kommende Jahr prognostiziere man beim Umschlag ein Plus von 4 Prozent auf 295 Millionen Tonnen, sagte der Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Detthold Aden, am Dienstag in Hamburg: „Damit würde das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahre 2008 noch immer um 7 Prozent verfehlt.“ Frühestens 2013 werde man wieder das frühere Niveau erreichen.

Mit Sorge betrachtet der Branchenverband die Entwicklung der Transporte in die Ostseeregion. Hier lägen die Güterumschläge noch unter dem gewohnten Niveau, weil in den Anrainerstaaten die Konjunktur noch nicht so angezogen habe wie in anderen Teilen der Welt. Darüber hinaus lägen auch die Autoimporte unter dem Niveau des Vorjahres, berichtete Aden. Nach dem Auslaufen der Abwrackprämie seien die Einfuhren asiatischer Hersteller erwartungsgemäß eingebrochen.

Nach Einschätzung von Branchenexperten wird sich das Wachstum in der Containerschifffahrt in den kommenden Monaten etwas abschwächen. Ausschlaggebend dafür sind saisonale Besonderheiten: Viele der für das Weihnachtsgeschäft in Europa gedachten Waren aus China sind entweder schon angelandet oder befinden sich bereits auf See. Um den Jahreswechsel herum schrumpfen folglich traditionell die Frachtmengen.

Aus diesem Grund rechnet man auch bei der größten deutschen Containerlinie Hapag-Lloyd mit einer Abschwächung der Nachfrage im vierten Quartal. Von Januar bis Ende September kletterte der Umsatz der Reederei um xy Prozent rund 4,67 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich um xy Prozent auf 506 Millionen Euro. „Nach dem verlustreichen Vorjahr konnten wir in den ersten neun Monaten dieses Jahres das beste Ergebnis unserer Unternehmensgeschichte erwirtschaften“, erklärte Vorstandschef Michael Behrendt.

Hapag-Lloyd, die dem Hamburger Konsortium „Albert Ballin“ und der TUI gehört, kamen dabei die kräftig gestiegene Frachtraten und die größeren Transportmengen zugute – darüber hinaus profitierte das Unternehmen von einem hauseigenen Sparprogramm. In den ersten neun Monaten des Jahres lag der durchschnittliche Transportpreis für einen Container bei 1547 Dollar und damit um 27 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2009.

Nachdem die Eigentümer ihre Reederei im vergangenen Jahr nur mit hohen Kapitalzuschüssen und mit Hilfe einer Bundesbürgschaft über Wasser halten konnten, rückt für die TUI der Termin für einen möglichen Verkauf ihrer Beteiligung näher. „Die sehr gute Performance der Hapag-Lloyd sichert uns alle Optionen für eine bestmögliche Verwertung unseres Investments“, erklärte Konzernchef Michael Frenzel. Man habe damit aber weiterhin keine Eile, sagte ein TUI-Sprecher. (mit: dapd)