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Weltweit Dirk Roßmann fordert höhere Abgaben für Wohlhabende
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Dirk Roßmann fordert höhere Abgaben für Wohlhabende
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10:51 13.04.2013
Für Dirk Roßmann ist die Abgabenfairness eine Voraussetzung für die gesamte Gesellschaft.
Für Dirk Roßmann ist die Abgabenfairness eine Voraussetzung für die gesamte Gesellschaft. Quelle: dpa
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Hannover

Steuerflucht und Schwarzgeldkonten rütteln nach Überzeugung des Chefs der Drogeriemarktkette Rossmann an den Grundfesten der Gesellschaft. „Wenn der Gesetzgeber sagt: „So sind die Steuern!“, dann müssen sie auch von jedem gezahlt werden“, sagte der Unternehmenslenker und -gründer Dirk Roßmann am Rande der jüngst vorgestellten Bilanz seines Konzerns. Internationale Steueroasen und versteckte Vermögen sorgen auch hierzulande regelmäßig für Aufregung.

Auch die Frage, wie viel Umverteilung von oben nach unten sein muss, sorgt wiederholt für Diskussionen. An diesem Samstag lief auch in Niedersachsen der bundesweite Aktionstag „Reichtum besteuern“. In mehreren Städten waren Aktionen für gerechtere Steuerpolitik geplant.

Für Roßmann ist die Abgabenfairness eine Voraussetzung für die gesamte Gesellschaft. „Denn ansonsten ist unser Staat auf Dauer nicht konsensfähig. Und diesen Konsens brauchen wir und wir kriegen ihn nur hin, wenn jeder seine Steuern zahlt, die der Gesetzgeber vorschreibt“, betonte er. Der Manager sprach sich für einen höheren Spitzensteuersatz für Reiche aus - 49 statt wie bisher 45 Prozent - und forderte höhere Abgaben auf Zinseinnahmen (30 statt 25 Prozent).

Allein der Gedanke daran, Geld beiseitezuschaffen, sei ihm fremd. „Ich kann sehr gut schlafen, weil ich kein Geld in der Steueroase habe. Ich darf Ihnen auch 100-prozentig versichern, dass ich um Null Prozent glücklicher wäre, wenn ich irgendwo auf der Welt Geld liegen hätte. Das würde an meinem Lebensglück überhaupt nichts ändern.“

Es gehe auch darum, dass Reiche stets eine gewisse Bescheidenheit beibehielten. „Ich habe genug Geld, um zu leben und kann mir vieles leisten, was sich andere nicht leisten können. Also warum soll ich Geld irgendwo hinschleppen oder Schwarzgeld haben?“, sagte er. Das Prinzip gesellschaftlichen Ausgleichs zwischen Starken und Schwachen, Reich und Arm, sei entscheidend. „Mir ist soziale Marktwirtschaft, so wie Ludwig Erhard das mal ausgedacht hat, extrem wichtig.“

Roßmann sagte, er vertrete teils sozialdemokratische Positionen, sei aber entschieden gegen Steuern auf bereits versteuerte Werte. So seien eine Vermögenssteuer oder höhere Erbschaftssteuern ungerecht. 

dpa

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