Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Das große Zittern vor dem Fest
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Das große Zittern vor dem Fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:41 06.12.2013
Mitarbeiter von Airbus demonstrieren vor dem Werkstor in Bremen gegen den geplanten Jobabbau beim Luftfahrt-und Rüstungskonzern EADS. Quelle: dpa
Anzeige
München/Paris

 EADS-Chef Tom Enders hat mehrfach harte Einschnitte und Stellenstreichungen angekündigt. Zwar sprudeln die Gewinne des Luft- und Raumfahrtkonzerns, doch der Löwenanteil kommt von der florierenden Tochter Airbus, deren Namen EADS im kommenden Jahr auch für den Gesamtkonzern übernimmt. In der schwächelnden Rüstungsparte Cassidian sieht es hingegen trist aus. Am Montag (9. Dezember) will der Konzern den Arbeitnehmervertretern die Kürzungspläne in Umrissen vorstellen. Die Spannung steigt - und die Furcht vor den Auswirkungen des angekündigten Konzernumbaus.

Neben der Umbenennung von EADS in Airbus soll nämlich viel mehr passieren. Dazu gehört auch die Zusammenlegung der Raumfahrttochter Astrium mit Cassidian und Airbus Military zur neuen Sparte Airbus Defence & Space. Gemeinsam haben die Firmen rund 40.000 Mitarbeiter. Aus informierten Kreisen wurde in den vergangenen Wochen bekannt, dass EADS plant, bis zu 20 Prozent dieser Stellen zu streichen, also bis zu 8000 Jobs. Die Gewerkschaften reagierten entsetzt, riefen zu Protesten auf. Noch ist offen, welche Zahl am Montag verkündet wird, doch die Gerüchteküche brodelt. EADS selbst schweigt dazu beharrlich.

Im Umfeld des Unternehmens wird nach dpa-Informationen damit gerechnet, dass die Zahl zunächst deutlich unter den genannten 8000 Stellen liegen dürfte. Denkbar sei, dass EADS stattdessen den Abbau auf mehrere Jahre strecken, an der Planzahl im Hintergrund aber festhalten könnte. Zugleich ist die Sorge groß, dass der Konzern angesichts der Größenordnungen nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen könnte. Offen ist, ob EADS am Montag auch Aussagen zu einzelnen Standorten macht.

Intern, so ist zu hören, habe es nach Bekanntwerden der groben Eckdaten Streit geben, etwa zwischen der französisch geführten Astrium und der vom deutschen Manager Bernhard Gerwert geleiteten Rüstungssparte Cassidian. Gerwert wird auch die neue Sparte Airbus Defence & Space führen. Gerade in Frankreich sei der Widerstand gegen mögliche Kürzungen zulasten von Astrium besonders groß. Die Gewerkschaften jedenfalls haben bereits deutlich gemacht, dass sie um die Arbeitsplätze und Standorte kämpfen wollen.

Das Rüstungsgeschäft von EADS bekommt die Sparpolitik der europäischen Regierungen deutlich zu spüren. Und im internationalen Wettbewerb ist es schwierig, Waffensysteme wie den Eurofighter zu verkaufen. Probleme wie beim Transportflugzeug A400M kommen hinzu, neue Projekte werden geschoben, Bestellungen etwa für Hubschrauber gestrichen. Neuere Geschäftsfelder wie die Grenzsicherung oder Cyber-Anwendungen zum Schutz vor Hackerangriffen sind dagegen noch zu klein, um Ausfälle in der klassischen Wehrindustrie zu ersetzen.

Enders wollte den Problemen mit Größe begegnen und EADS mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems zusammenschließen. Doch vor allem die Bundesregierung stemmte sich gegen die Pläne, das Projekt scheiterte. Enders kündigte gleich danach ab, dass nun alles auf den Prüfstand müsse - erstes Ergebnis war der große Konzernumbau. Nun folgen die weiteren Schritte. Aus Sicht der Gewerkschaften lässt sich Enders dabei von Renditewünschen des Finanzmarktes treiben. Das wolle und werde man nicht mitmachen, heißt es bei der IG Metall.

dpa

Weltweit Deutschland vor kräftigem Aufschwung - Bundesbank erwartet Wirtschaftsboom

Die Bundesbank malt ein rosiges Bild: In den kommenden beiden Jahren wird die deutsche Wirtschaft boomen. Denn der Arbeitsmarkt ist robust und stärkt die Binnennachfrage, und auch der Außenhandel dürfte angesichts der sich aufhellenden Weltkonjunktur wieder zulegen.

06.12.2013
Weltweit Warnung vor „hochspekulativem Online-Produkt“ - Chinas Zentralbank verbietet Bitcoin-Transaktionen

 Der rasante Aufstieg der Online-Währung Bitcoin berauscht Anleger in China. Jetzt zieht die chinesische Zentralbank die Notbremse und verhängt ein Verbot: Die Finanzbranche soll erst gar nicht in Versuchung kommen.

05.12.2013

Konjunkturschwäche und Mini-Preisauftrieb halten Europas Währungshüter im Krisenmodus. Neue Instrumente packen sie vorerst aber nicht aus. Zuletzt war auch über Strafzinsen für Banken spekuliert worden, um die Kreditvergabe anzukurbeln.

05.12.2013