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Weltweit Eigenes Tempolimit: Volvo will seine Autos auf 180 km/h drosseln
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Eigenes Tempolimit: Volvo will seine Autos auf 180 km/h drosseln
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20:17 04.03.2019
Hakan Samuelsson, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Volvo Car Corporation, will seine Flotte auf 180 Stundenkilometer drosseln.
Hakan Samuelsson, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Volvo Car Corporation, will seine Flotte auf 180 Stundenkilometer drosseln. Quelle: Uli Deck/dpa
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Stockholm

Während in Deutschland zur Zeit noch hitzig über ein Tempolimit auf Autobahnen diskutiert wird, will der schwedische Autobauer Volvo seine Flotte eigenständig ausbremsen. Autos von Volvo sollen künftig nicht schneller als 180 Kilometer pro Stunde fahren können. Das soll für Modelle gelten, die von 2020 an hergestellt werden, und damit im Rahmen des Firmenkonzepts „Vision 2020“ den Straßenverkehr sicherer machen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Zeil sei es, dass künftig kein Mensch mehr in einem Volvo getötet oder schwer verletzt werde.

Ein Tempolimit sei zwar kein Allheilmittel, sagte Volvo-Chef Håkan Samuelsson. Wenn dadurch aber auch nur ein Menschenleben gerettet werden könne, lohne sich der Schritt. Volvo Cars wolle einen Meinungsaustausch darüber in Gang bringen, ob Autobauer das Recht oder sogar die Pflicht hätten, mit der Technik in den Autos das Verhalten ihrer Fahrer zu verändern. Obwohl es in vielen westlichen Ländern bereits Tempolimits gebe, sei die Geschwindigkeitsüberschreitung einer der häufigsten Gründe für tödliche Unfälle im Verkehr. In Schweden gelten auf Landstraßen und Autobahnen Limits bis 120 Stundenkilometer.

Die Spitzengeschwindigkeiten heutiger Volvo-Modelle variieren je nach Motorart. Manche Autos bringen es auf rund 250 Kilometer pro Stunde. Die Schweden wollen neben der Raserei auch die Gefahren durch Drogen am Steuer und Ablenkung zum Beispiel durch Smartphones reduzieren.

Darüber hinaus forscht Volvo an einer Kombination aus intelligenter Geschwindigkeitskontrolle und Geofencing-Technologie. Als Geofencing werden virtuelle Grenzen und Räume bezeichnet. Ein Gerät – zum Beispiel ein Auto – befindet sich innerhalb dieser räumlichen Grenzen, die unter anderem mithilfe von GPS festgesetzt werden. Beim Überschreiten der Grenzen könnte das Gerät automatisch entsprechende Optimierungen beziehungsweise Anpassungen etwa der Geschwindigkeit oder der Steuerung übernehmen. So könnten die Autos beispielsweise in der Nähe von Schulen oder Krankenhäusern automatisch ausgebremst werden.

Von RND/dpa/mkr