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Weltweit Eine Milliarde Euro für Entwicklung der Elektromobilität
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Eine Milliarde Euro für Entwicklung der Elektromobilität
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21:58 16.05.2011
Noch stehen die Anstrengungen am Anfang, das Land auf Elektromobilität zu trimmen. Dazu gehören freie Park- und Ladeplätze. Quelle: dpa
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„Wir wollen weltweit Leitmarkt werden“, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Montag bei der Übergabe des Berichts der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ (NPE), die die Regierung berät.

Am Mittwoch will das Bundeskabinett ein Förderprogramm beschließen, das unter anderem den Wegfall der Kfz-Steuer für zehn Jahre, Erleichterungen für E-Dienstwagen-Nutzer sowie Vorteile beim Parken vorsieht. Die Grünen nannten dies nicht ausreichend und forderten Prämien als Kaufanreiz. Umweltgruppen verlangten, Fahrräder sowie Busse und Bahnen im Verkehrskonzept mit zu berücksichtigen.

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Die in der „Nationalen Plattform“ zusammengefasste Industrie und Wissenschaft stellte im Gegenzug zur Förderung rund 30 000 neue Arbeitsplätze bis 2020 in Aussicht. „Elektromobilität wird sich durchsetzen“, sagte der NPE-Vorsitzende Henning Kagermann. Ab 2018 seien die Erträge aus der E-Mobilität höher als die Hilfen. Sowohl die Forschung als auch die Produktion der Fahrzeuge sollen nahezu vollständig in Deutschland stattfinden.

Im „Regierungsprogramm Elektromobilität“ sichert der Bund der Industrie eine Verdoppelung der Forschungsmittel und damit eine Milliarde Euro bis 2013 zu, mit der in erster Linie die Batterietechnik konkurrenzfähig werden soll. Die Autoindustrie allein will bis 2015 weitere 12 Milliarden Euro aufbringen. Man stehe in einem harten weltweiten Wettbewerb nicht nur zwischen Unternehmen, sondern auch zwischen Staaten, sagte der Chef des Automobilverbands VDA, Matthias Wissmann.

Kaufprämien wie in anderen Ländern lehnt der Bund als wettbewerbsfeindlich ab. Allerdings soll für Autos, die weniger als 50 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, für zehn Jahre die Kfz-Steuer entfallen. Bisher war dies nur für fünf Jahre vorgesehen. Zudem sollen Nutzer von zunächst deutlich teureren Dienstwagen mit Elektroantrieb nicht benachteiligt werden: Der Steuersatz von einem Prozent wird auf Basis des Listenpreises eines konventionellen Fahrzeugs festgesetzt.

Darüber hinaus will die Regierung mit Kommunen und Ländern den Weg für Gratis-Parkplätze und die Nutzung von Busspuren ebnen. Die Bundesressorts selbst wollen 10 Prozent aller neu gekauften oder gemieteten Fahrzeuge mit Elektroantrieb anschaffen. Unterstützung wird zudem den Flotten von Carsharing-Betreibern in Aussicht gestellt.

Markus Wacket

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