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Weltweit Eon und Enercon proben die Energiewende
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Eon und Enercon proben die Energiewende
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21:37 21.12.2015
Von Jens Heitmann
Windkraft: Fingerzeig aus Aurich. Quelle: Sebastian Kahnert
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Hannover

Um diesem Ziel näher zu kommen, gründen sie ein Gemeinschaftsunternehmen. Im Erfolgsfall könnten daraus „übertragbare Elemente eines Energiewende-Baukastens“ entstehen, die man europaweit vermarkten könne, teilten die Unternehmen am Montag mit. Bisher waren EWE und Enercon im Nordwesten als Konkurrenten aufgetreten: Beide hatten sich zuletzt um die Nutzungsrechte für die Strom- und Gasnetze im Landkreis Aurich beworben. Ursprünglich wollte die Kommune die Netze selbst betreiben und EWE und Enercon nur als strategische Partner einbinden - die Verhandlungen scheiterten jedoch. Nun werde sich der Windkraftspezialist aus der Ausschreibung zurückziehen, hieß es.

Erleichtert wurde der Kompromiss durch ein üppiges Förderprogramm der Bundesregierung. Das Wirtschaftsministerium hat Anfang Dezember fünf Modellregionen ausgewählt, in denen „innovative Technologien und Verfahren für die Energieversorgung der Zukunft“ erprobt werden sollen - und dafür insgesamt bis zu 230 Millionen Euro ausgelobt. Rund 600 Millionen Euro sollen private Investoren zuschießen, so die Hoffnung. Eine der Regionen ist Niedersachsens Nordwesten: Dabei soll es im Kern darum gehen, die Stromnetze auch bei der Einspeisung von großen Mengen Windenergie stabil zu halten. Neben Siemens, den Netzbetreibern Avacon und Tennet sind auch hier EWE und Enercon mit von der Partie.

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Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen wolle man jedoch noch einen Schritt weitergehen, hieß es bei EWE. Enercon verfolge interessante Projekte bei Speichertechnologien, man selbst forsche an „intelligenten Netzen“. Beide Unternehmen arbeiteten schon länger an diesen Fragestellungen, erklärte EWE-Chef Matthias Brückmann. Daher sei eine Kooperation sinnvoll. Enercon bekomme durch die Kooperation die Möglichkeit, alle technischen Optionen in einem realen Energienetz zu demonstrieren und im Alltag zu testen, sagte Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig. Die Landesregierung begrüßt den Kompromiss an der Küste. „Die Verkündung einer strategischen Partnerschaft zwischen Enercon und EWE ist eine sehr gute Nachricht für die Region, aber auch für das ganze Land“, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).

Albrecht Scheuermann 21.12.2015
21.12.2015