Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Schockbilder auf der Zigarettenpackung
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Schockbilder auf der Zigarettenpackung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:48 08.10.2013
Abschreckende Fotos und Warnhinweise sollen nach dem Willen der EU-Staaten 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen bedecken. Quelle: dpa
Anzeige
Brüssel

Nun beginnen Verhandlungen mit den Regierungen, um sich über Einzelheiten zu einigen. Die Bestimmungen können frühestens in zwei Jahren in Kraft treten. Damit sollen vor allem Jugendliche davon abgehalten werden, überhaupt mit dem Rauchen anzufangen. Durch Tabakkonsum sterben in der EU schätzungsweise 700 000 Menschen pro Jahr.

Nach zähen Debatten einigten sich die Gesundheitsminister bereits Ende Juni auf ein weitgehendes Verbot von Aromastoffen in Zigaretten – das bedeutet auch das Aus für die beliebten Mentholzigaretten. Abschreckende Fotos und Warnhinweise sollen nach dem Willen der EU-Staaten 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen bedecken. Dünne Slim-Zigaretten würden in weniger attraktiver Verpackung verkauft, und Elektro-Zigaretten müssten mit Warnhinweisen oder gleich als Medikament verkauft werden. Vor allem junge Menschen soll dies vom Griff zur Zigarette abhalten.

Anzeige

Die Tabakindustrie befürchtet das Schlimmste

In Deutschland warnten Betriebsrätezuvor  vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze. In Tabakanbau, -verarbeitung und -handel sind in Deutschland rund 52.000 Menschen beschäftigt, weitere Jobs hängen nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten indirekt an der Branche.

Aus Sicht von Ronan Barry von British American Tobacco gehen diese Maßnahmen zu weit. Zu der Firma gehören Marken wie Lucky Strike und Pall Mall. Mentholzigaretten würden Barry zufolge ihren Weg auf den Schwarzmarkt finden, wo sie für Kinder noch leichter erhältlich wären. Den Vorwurf übermäßiger Einflussnahme weist er zurück: „Es gibt mindestens so viele Organisationen und Menschen, die dagegen Lobbyarbeit betreiben wie dafür.“

Die Gesundheitsminister von 16 EU-Staaten haben in letzter Minute an das Europaparlament appelliert, ihre Pläne zu unterstützen. „Tabak bleibt die wichtigste Ursache vermeidbarer Krankheiten in der EU, er verursacht den Tod von geschätzten 700.000 EU-Bürgern jedes Jahr“, schrieben sie. Auch Irlands Premier Enda Kenny schickte am Montag noch einen Brief an die Abgeordneten – und bat sie, nicht für kleinere Warnhinweise zu votieren, die nur 50 Prozent der Packungsvorder- und -rückseite bedeckten.

Weltweit Statistisches Bundesamt - Exporte auf dem Vormarsch
08.10.2013
07.10.2013