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Weltweit Ex-Karstadt-Chef bietet für Kaufhof
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Ex-Karstadt-Chef bietet für Kaufhof
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21:11 13.11.2011
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Düsseldorf

Neben dem Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen und der österreichischen Immobilienholding Signa zählt nun auch ein Konsortium um den früheren KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban zu den Interessenten.

Er habe mit Partnern ein Angebot eingereicht, sagte der Manager der „Bild am Sonntag“. An dem Konsortium seien große deutsche Unternehmerfamilien beteiligt. „Wir wollen 51 Prozent von Kaufhof übernehmen, bei Bedarf auch 100 Prozent.“ Metro könne mit 49 Prozent Minderheitsgesellschafter bleiben. Der 66-Jährige war Vorstandssprecher bei Kaufhof, wechselte dann zur Quelle-Holding und stand bis 2004 an der Spitze von KarstadtQuelle.

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Cordes rechnet mit langen Verhandlungen. Es gebe viele Detailfragen zu klären, beispielsweise wollten die Interessenten die Eigentumsverhältnisse bei den einzelnen Häusern kennen, „bevor sie überhaupt zum Geld kommen“. Die Metro ihrerseits müsse sich „überzeugen können, dass die Partner wirklich finanzieren können“. Der Kaufhof-Verkauf sei auch deshalb nicht einfach, weil mit dem Karstadt-Besitzer Berggruen ein direkter Konkurrent auf den Plan getreten sei, erklärte Cordes, der selbst lange einen Karstadt-Kauf angepeilt hatte. „Ich sage nicht, dass wir mit Berggruen keinen Deal machen können, aber wir sollten erst dann volle Transparenz und Einsicht in unsere Bücher geben, wenn wir sicher sind, dass wir mit ihm auch einen Deal machen können.“

Mit Signa sei man ebenfalls im Gespräch und habe der Gruppe um Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko eine „gewisse Transparenz“ gewährt. Es habe nicht nur zu Benko Kontakte gegeben, sondern auch zu Wendelin Wiedeking, der dem Konsortium angehört. Der frühere Porsche-Chef sagte dem „Focus“, er wolle in den Aufsichtsrat einziehen, falls Signa den Zuschlag bekomme. Eine Verantwortung fürs operative Geschäft strebe er nicht an.
Sollte Berggruen sich durchsetzen und Karstadt mit Kaufhof zusammenschließen, seien Filialschließungen zu erwarten, deutete Cordes an. Allerdings sei beim Verkauf eine wichtige Bedingung, dass „wir den Eindruck haben, dass ein Käufer den Kaufhof verantwortlich führen und weiterentwickeln wird“. Es gehe schließlich auch um eine „sichere Zukunft für unsere Mitarbeiter, für die wir eine hohe Verantwortung haben“.

Simone Hett und Volker Danisch

13.11.2011