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Weltweit Experten rechnen mit Ende des Goldbooms
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Experten rechnen mit Ende des Goldbooms
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13:48 15.04.2013
Die Tiefstände sind vorerst das Ende einer Rekordjagd: Am 6. September 2011 wurden gut 1920 Dollar für die Unze bezahlt.
Die Tiefstände sind vorerst das Ende einer Rekordjagd: Am 6. September 2011 wurden gut 1920 Dollar für die Unze bezahlt. Quelle: dpa
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Hannover

Am Montag erreichten die Preise der beiden Edelmetalle neue mehrjährige Tiefststände. Eine Feinunze Gold (etwa 31 Gramm) fiel zeitweilig auf den Tiefstand von 1428 Dollar. So wenig hatte Gold zuletzt vor etwa zwei Jahren gekostet. Silber notierte bei etwas mehr als 24 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit November 2010. Immer mehr Analysten gehen mittlerweile davon aus, dass der langjährige Anstieg der Edelmetallpreise beendet sein könnte.

Die Tiefstände sind das Ende einer Rekordjagd: Am 6. September 2011 wurden gut 1920 Dollar für die Unze bezahlt. In den Euro-Ländern sorgte die Schwäche der europäischen Währung dafür, dass erst etwa ein Jahr später, am 1. Oktober 2012, das historische Hoch von 1386 Euro ausgerufen wurde. Seitdem läuft es für Goldbesitzer alles andere als erfreulich. Im längerfristigen Vergleich schrumpfen die Preisschwankungen allerdings: Ende 2002 kostete die Feinunze 348 Dollar beziehungsweise 331 Euro. 

Die Nord/LB weist in einer Kurzstudie darauf hin, dass das Edelmetall – gemessen an den Jahresschlusskursen in Dollar – zwölf Jahre in Folge an Wert gewonnen hat. Das bisher letzte Minus wurde im Jahr 2000 verzeichnet. In Euro gerechnet ist die langfristige Bilanz zwar nicht ganz so glänzend, aber immer noch recht eindrucksvoll. Indessen räumen auch die Experten der Landesbank ein, dass sie die jüngste Entwicklung nicht erwartet haben. Immerhin hätten schon die beiden zurückliegenden Quartale jeweils mit einem Minus geendet, das habe es zuletzt im Jahr 2008 gegeben. Sollte dies auch Ende Juni der Fall sein, müsste man weit zurückblättern, um eine solche Serie zu finden: Zuletzt habe es zum Jahrwechsel 2000/2001 drei negative Vierteljahre in Folge gegeben. 

Die Nord/LB ist jedoch guter Dinge, dass es sich nur um einen kleinen Ausreißer in der Kursbewegung handelt. „Der absolute positive Langfristtrend ist und bleibt davon unberührt und somit vorherrschend.“ Für das vierte Quartal 2013 erwartet die Bank immerhin einen Goldpreis von 1825 Dollar, was bei unveränderten Währungsrelationen rund 1400 Euro entspricht. 

Die Fachleute der Bank verweisen darauf, dass die preistreibenden Faktoren nach wie vor wirken: Liquidität sei weltweit in Fülle vorhanden und suche nach Anlagemöglichkeiten. Zudem seien die Zentralbanken weiterhin bestrebt, ihre Geldanlagen zu diversifizieren und „dürften sich daher aktuell tonnenweise mit Gold eindecken“. Außerdem sei eine weiter steigende Nachfrage nach dem güldenen Metall aus Indien und China zu verzeichnen. 

Andere Goldfachleute sind skeptischer. So haben jüngst die Analysten von Goldman Sachs ihre Prognosen zusammengestrichen. Sie rechnen nun zum Jahresende nur noch mit 1545 Dollar je Feinunze, und 2014 dürfte der Trend eher abwärts gerichtet sein. Für Ende 2014 sagen sie nur noch 1350 Dollar voraus. Auch die „Goldmänner“ halten jedoch einen starken Preisverfall für nicht sehr wahrscheinlich.

ash/frs/dpa

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