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Weltweit Wilhelmshaven und Stade hoffen auf Zuschlag
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Wilhelmshaven und Stade hoffen auf Zuschlag
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00:19 15.02.2019
Für den Import bleibt nur der Schiffsweg: Flüssiggastanker in Rotterdam. Quelle: Foto: Lex van Lieshout/dpa
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Berlin/Hannover

Niedersachsen kann sich Hoffnungen auf wenigstens einen Standort für den Import von Flüssiggas (LNG) machen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält den Bau von zwei Terminals in Deutschland zum Anlanden von Tankern aus den USA für möglich. „Ich sehe an mindestens zwei Standorten die Chance, dass wir rasch etwas verwirklichen können“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag am Rande einer LNG-Konferenz mit US-Vertretern in Berlin. Infrage kämen dafür Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade.

Auf minus 163 Grad gekühlt

Infolge des Fracking-Booms wollen die USA mehr Gas nach Europa exportieren. Da der Transport durch Pipelines über den Atlantik nicht möglich ist, steht dafür nur der Schiffsweg offen: Das Gas wird auf minus 163 Grad heruntergekühlt und verliert somit das 600-Fache an Volumen, am Anlandepunkt muss es dann „regasifiziert“ werden, um es als Treibstoff zu verwenden oder in die Transportnetze einzuspeisen. In Deutschland gibt es bisher kein entsprechendes Terminal – gleich mehrere Häfen haben sich für den Bau einer Anlage ins Spiel gebracht.

Wegen geschätzter Investitionskosten von 500 Millionen Euro für ein LNG-Terminal hatte man in der Branche zunächst damit gerechnet, dass nur ein Standort den Zuschlag bekommen würde. Inzwischen haben sich jedoch kapitalkräftige Konsortien zusammengefunden – das hat den Wettbewerb zusätzlich belebt. „Vielleicht lassen sich in Niedersachsen sogar zwei Standorte realisieren“, sagte der hiesige Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Eine Entscheidung solle bis Mitte des Jahres fallen, hieß es.

Wilhelmshaven hofft bereits seit mehr als einem Jahrzehnt auf so ein Projekt. Der Energiekonzern Eon hatte als erster entsprechende Pläne lanciert, die sich aber zerschlugen. Nun hat der Kraftwerksbetreiber Uniper die Idee wieder aufgegriffen: Gemeinsam mit dem japanischen Partner MOL will man an der Jade ein schwimmendes Terminal mit einer Kapazität von zehn Milliarden Kubikmetern Gas errichten, das „in der zweiten Jahreshälfte 2022“ in Betrieb gehen könnte. Mit dem US-Konzern Exxon-Mobil bestehe bereits ein Vertrag über die langfristige Nutzung eines „erheblichen Teils“ der Kapazitäten, hieß es Ende Januar.

Ähnlich optimistisch präsentieren sich die Konkurrenten in Stade. Dort könnten nach Angaben des Chemieriesen Dow, der dort ein großes Werk betreibt, die ersten LNG-Schiffe bereits 2021 anlegen – vorausgesetzt, dass bis dahin zwei zusätzliche Ladearme im Hafen entstehen und ein neuer LNG-Tank mit einem Fassungsvermögen von 40 000 Kubikmetern fertig würde. Während man in Wilhelmshaven den gesamten deutschen Markt in den Blick nimmt, ist der Ansatz in Stade regionaler: Es geht in erster Linie um die Belieferung des Dow-Werkes.

Hilfe von Altmaier

Die Chancen der beiden niedersächsischen Häfen waren zuletzt gestiegen, weil der ursprüngliche Favorit Brunsbüttel einen Rückschlag bei seinen Planungen hinnehmen musste: Die Bundesnetzagentur hat kürzlich entschieden, dass Betreiber von Ferngasleitungen nicht verpflichtet seien, das dort geplante LNG-Terminal an ihr Netz anzuschließen. Damit hätten die Terminalinvestoren um die niederländische Gasunie die Stichleitung selbst bezahlen müssen. Minister Altmaier kündigte gestern jedoch an, die Entscheidung der Bundesnetzagentur zu korrigieren.

Von Jens Heitmann und Andreas Hoenig

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