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Weltweit Fördermittel für E-Mobilität werden knapp
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Fördermittel für E-Mobilität werden knapp
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12:08 06.06.2013
Von Stefan Winter
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Quelle: dpa
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Hannover

"Das wird wohl um 25 Prozent gekürzt", sagt ein Automanager. Bundesregierung und Industrie haben sich vorgenommen, bis 2020 eine Million E-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen. Der ehrgeizige Plan soll mit Geld aus dem Energie- und Klimafonds angeschoben werden, der sich wiederum großenteils aus dem Verkauf CO2-Emissionsrechten speist. Doch die werden an der Börse im Moment deutlich billiger gehandelt als vorausgesagt.

Die 180 Millionen Euro für regionale "Schaufensterprojekte", wo E-Mobilität im Alltag demonstriert und getestet werden soll, kamen erst nach Umschichtungen in letzter Minute zusammen. Die Bundesregierung habe "dafür gesorgt, dass (...) die geplanten drei bis fünf Schaufenster bevorzugt finanziert werden", sagt eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Die Einführung der E-Mobilität habe schließlich einen "sehr großen Stellenwert" auf der Regierungsagenda.

Am Donnerstag wird die Jury ihre Favoriten unter den 23 Bewerbern küren, zu denen auch die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Die letzte Entscheidung liegt dann allerdings bei der Politik.

Die wird sich auch überlegen müssen, wie es mit anderen Teilen des Prestigeprojekts E-Mobilität weitergehen soll. Es ist nicht einmal ein Jahr her, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Bundeszuschuss für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich verdoppelte. Statt 500 Millionen Euro sollte eine Milliarde bereitgestellt werden. Doch auch dieser Plan leide unter der Einnahmeschwäche des Klimafonds, sagt ein Beteiligter. Man rechne im Moment eher mit 750 Millionen und das nicht, wie geplant, in den Jahren 2012 und 2013, sondern gestreckt auf drei bis vier Jahre.

Entsprechend werden die mehr als 200 Experten in der "Nationalen Plattform Elektromobilität" ihre Pläne wohl anpassen müssen, wenn im Mai den nächsten Zwischenbericht vorlegen. Im Stillen hofft man dort, dass die Emissionszertifikate doch wieder ein bisschen teurer werden, damit die Finanzierungslücke schrumpft.

In der Industrie nimmt man das bisher gelassen. Angesichts der Gesamtinvestitionen in der E-Mobilität gehe es bei den staatlich geförderten Projekten vor allem um Signalwirkung. Das Engagement der Bundesregierung "ist das Signal, das wir brauchen", sagt ein Automanager: "Die Politik ist verpflichtet, Flagge zu zeigen."