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Weltweit Offenheit mit System
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Offenheit mit System
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13:49 29.07.2014
Von Lars Ruzic
Die Bewerbung war erfolgreich: Sohn David (re.) darf Günter Ehmanns (li.) Restaurants übernehmen.
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Hannover

Denn hinter McDonald’s, Burger King und Co. stehen nicht nur amerikanische Multis, sondern auch Hunderte deutsche Mittelständler. Sie haben als Franchisenehmer jahrzehntelang gute Geschäfte in der Anonymität hinter der Marke gemacht.

Doch wenn wie unlängst in einer Reportage des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff unappetitliche Details aus Küchen- und Personalführung eines Burger-King-Unternehmers ans Licht kommen, dann kann nicht einmal die Konkurrenz darüber lachen. „Wenn einer Mist baut, trifft uns das alle“, sagt David Ehmann. Dann schert der Kunde alle über einen Kamm. Betriebswirt Ehmann hat gerade von seinem Vater Günter (67) drei McDonald’s-Filialen übernommen, bis 2019 soll er alle neun Läden in der Region führen. Die Ehmanns sind Hannovers größter McDonald’s-Franchisenehmer mit 450 Mitarbeitern und mehr als 20 Millionen Euro Umsatz.

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Der 32-Jährige ist ein Symbol für den Generationswechsel, der langsam die Systemgastronomie erfasst. Die Gründer der achtziger und neunziger Jahre treten zurück ins zweite Glied, die Nachfolger übernehmen – und zeigen Gesicht. David Ehmann jedenfalls hält nicht viel davon, sich hinter dem System zu verstecken.

„Wir wollen in die Offensive“, sagt er. Der Kunde solle erfahren, welche Produkte von Lieferanten aus dem Umkreis sich in den Burgern wiederfinden. Auch „den regionalen Charakter“ seines eigenen Unternehmens wolle er künftig stärker betonen. Tage der offenen Tür, wie sie Konkurrent Burger King für Mitte August in 250 Restaurants angekündigt hat, gehören für Ehmann schon länger dazu.

Und weil Offenheit seinem Naturell entspricht, plaudert Ehmann auch über McDonald’s-Interna. Dass es längst kein Automatismus sei, dass der Sohn vom Vater den Betrieb übernehme etwa. Nur die Hälfte der Nachfolger werde überhaupt angenommen. Oder dass zum „Bewerbungsgespräch“ mit der Konzernspitze in München sogar seine Frau mitkommen musste. Oder dass er sich für tägliche Qualitätskontrollen in den Filialen immer einen Cheeseburger geben lässt. Da, so sagt er, könne man die wichtigsten Elemente eines Burgers testen, ohne dick zu werden.

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