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Weltweit Gedrückte Stimmung bei den Bauern
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Gedrückte Stimmung bei den Bauern
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20:06 17.07.2014
Von Carola Böse-Fischer
Landwirt Erhard Bödecker (M) steht am 16.07.2014 mit den Gutachtern der Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Willy Behrens (l) und Henning Ropeter, in einem Gerstenfeld bei Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen). Unwetter mit Hagel, Sturmböen und Starkregen haben in Niedersachsen viele Getreidefeld beschädigt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Die Stimmung der deutschen Bauern hat sich so stark verschlechtert wie seit drei Jahren nicht mehr. Abzulesen ist das am jüngsten „Konjunkturbarometer Agrar“, das der Deutsche Bauernverband vierteljährlich veröffentlicht. Der Index, der die Einschätzung der aktuellen Entwicklung und die Erwartungen der Landwirte für die nächsten zwei bis drei Jahre abbildet, fiel auf 30,7 Punkte, verglichen mit 35,1 und sogar noch 37,2 Punkten in den Vorquartalen. Befragt wurden nach Angaben des Bauernverbands etwa 1000 Landwirte und Lohnunternehmer.

Was zahlreichen Bauern die Stimmung vermiest, sind ungewisse Zukunftsaussichten, wie ein Sprecher des Verbandes erklärte. Dagegen werde die aktuelle Lage fast unverändert gut beurteilt. Das gelte etwa für Milchbauern, die angesichts guter Geschäfte mit Milch und Milchprodukten von den Molkereien höhere Preise bekommen. „Aber was nach dem Ende der EU-Milchquote 2015 auf den Märkten passiert, weiß keiner“, sagte der Sprecher. Viele Betriebe fürchteten, dass die Produktion zu stark ausgeweitet wird und die Erzeugerpreise unter Druck geraten könnten.

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Auch bei Tierhaltern ist die Stimmung gedrückt. Die heftige Diskussion um mehr Tierschutz im Stall, schärfere Gesetze – das Umfeld ist für Landwirte ungünstiger geworden, wie es heißt. Neue Ställe zu bauen werde immer schwieriger. Etliche Betriebe sorgten sich, dass sie deshalb künftig im Wettbewerb nicht mehr mithalten könnten. Selbst die Ackerbauern, die bislang optimistisch nach vorne blickten, schätzen der Umfrage zufolge angesichts sinkender Getreidepreise die Marktentwicklung in nächster Zukunft schlechter ein.

Den „mit Abstand größten negativen Einfluss“ auf die Stimmung üben laut Bauernverband jedoch die rasant steigenden Pachtpreise aus. Das gelte vor allem für die norddeutschen Bundesländer, insbesondere Niedersachsen. Viele Landwirte können hier bei einer Neuverpachtung bei den Preisen nicht mehr mithalten und verlieren Flächen und damit einen Teil ihrer Existenzgrundlage.

In den Investitionsplänen schlägt sich das noch nicht nieder. Zwar ist der Anteil von Landwirten, die in der zweiten Jahreshälfte in neue Stalltechnik oder Maschinen investieren wollen, leicht von 36 auf 34 Prozent gegenüber der Vorjahreszeit gesunken. Aber die Summe je Betrieb steigt an, wie der Bauernverband berichtete. Insgesamt planen die deutschen Landwirte Investitionen von 6,1 Milliarden Euro, 0,8 Milliarden Euro mehr als zur Vorjahreszeit. Mehr Geld wollen sie auch wieder in Biogasanlagen, Fotovoltaik und Windräder stecken. Das sind nach Angaben des Sprechers aber zumeist Ersatzinvestitionen.

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