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Weltweit HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher vor dem Aus
Nachrichten Wirtschaft Weltweit HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher vor dem Aus
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13:49 08.11.2010
Der umstrittene Chef der HSH  Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, muss wahrscheinlich seinen Posten räumen.
Der umstrittene Chef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, muss wahrscheinlich seinen Posten räumen. Quelle: afp
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Der umstrittene Vorstandschef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, steht nach „Spiegel“-Informationen vor dem Aus. Bereits an diesem Dienstag wollen die Regierungen der Haupteigner, Hamburg und Schleswig-Holstein, den Aufsichtsrat um die Entlassung bitten, hieß es am Montag bei „Spiegel Online“. Darauf hätten sie sich am Sonntag geeinigt.

Der Chef des Aufsichtsrates, Hilmar Kopper, solle beauftragt werden, einen Nachfolger für Nonnenmacher zu suchen. Sollte Kopper dies verweigern, soll der Rauswurf in einer außerordentlichen Hauptversammlung durchgesetzt werden. Mit zusammen 85,5 Prozent sind die beiden Länder die größten Anteilseigner an dem Institut.

Noch am Montagvormittag kündigte Nonnenmacher an, sich künftig nicht mehr zu den sogenannten Bespitzelungsaffären und Abhörskandalen äußern - weder öffentlich noch in nichtöffentlichen Sitzungen. Er habe dies seinem Mandanten geraten, sagte der Rechtsbeistand Nonnenmachers, Prof. Heinz Wagner, kurz nach Beginn einer Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur HSH Nordbank in Kiel.

Die kleinen Koalitionspartner der CDU, die FDP in Kiel und die Grünen in Hamburg, fordern die fristlose Entlassung, weil Nonnenmacher kein Vertrauen mehr habe und Schaden von der HSH Nordbank abgewendet werden müsse. Bislang hat Nonnenmacher den Rückhalt des Aufsichtsrats.

Zu Beginn der Sitzung des Untersuchungsausschusses in Kiel hatte Nonnenmacher in einer kurzen Erklärung noch einmal den Vorwurf, die von der HSH Nordbank engagierte Sicherheitsfirma Prevent AG habe eine FDP-Veranstaltung am 22. Juli 2009 bespitzeln lassen, als „blanken Unsinn“ zurückgewiesen. Es habe sich bei der Diskussion zum Thema „HSH Nordbank - vom Bankenstar zum Finanzwrack“ um eine öffentliche Veranstaltung mit 300 Teilnehmern gehandelt, über die es im Internet eine mehr als zweistündige Aufzeichnung gebe. „Ich empfehle allen, sich dieses Video anzuschauen“, sagte Nonnenmacher. Im Nachhinein betrachtet sei aber das Verhalten der Prevent AG nicht angemessen gewesen.

Im Raum stehen Vorwürfe, die Bank habe gegen eigene Mitarbeiter falsche Verdächtigungen erhoben, um sie entlassen zu können, und Politiker ausforschen lassen. Nonnenmacher hat dies mehrfach bestritten und gemahnt, nicht mit unbewiesenen Vorwürfen den positiv verlaufenden Restrukturierungskurs der Bank zu gefährden.

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss befasst sich nicht mit den Bank-Affären, zu den Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaften in Hamburg, Kiel und New York laufen. Vielmehr soll der Ausschuss klären, wie die HSH-Nordbank in eine existenzgefährdende Schieflage kam und nur durch Milliarden- Bürgschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet werden konnte.

Nonnenmacher machte deutlich, dass unzureichende Strukturen der Bank fürs Risikomanagement und im Nachhinein unternehmerisch falsche Entscheidungen Ursachen waren für hohe Verlustgeschäfte. Die „Londoner Truppe“ der HSH Nordbank habe bei den sogenannten Omega- Geschäften im Jahr 2007 mit hohen Millionenverlusten relativ eigenständig agiert. Immer wieder verwies Nonnenmacher auf die Kompetenzordnung der Bank. Jeder Fachvorstand der Bank habe praktisch Autonomie für seine Geschäfte. Insofern habe er als damaliger Finanzvorstand nicht über die einzelnen Aktionen Bescheid gewusst.

dpa