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Weltweit Handwerk boomt wie lange nicht
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Handwerk boomt wie lange nicht
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21:21 11.10.2011
Vor allem im Bauhandwerk läuft es derzeit blendend. Auch andere Handwerksbetriebe sind überaus zufrieden. Quelle: dpa
Hannover

Nur in den Boomjahren 1990 und 1991 nach der deutschen Wiedervereinigung sei die Entwicklung besser gewesen als in diesem Herbst. Gut ist die Lage vor allem im Bauhandwerk. Nach Einschätzung der Kammer wird das Wachstum nun etwas schwächer. „Wir gehen aber von einer Fortsetzung des Aufschwungs aus.“

Umsätze und Aufträge hätten sich positiv entwickelt, berichtete die Handwerkskammer. Die Auslastung der Betriebe sei gut. Die Firmen hätten mehr Beschäftigte eingestellt. Der Geschäftsklimaindex erhöhte sich gegenüber dem Herbst 2010 um 8 auf 71,5 Punkte. Einen so hohen Indexwert gab es zuletzt im Jahr 1991.

Dass das Handwerk weiterhin boomt, während sich die Stimmung in der Gesamtwirtschaft in jüngster Zeit wieder verschlechterte, hat mehrere Gründe: So hinkt die Handwerkskonjunktur der Entwicklung in der von hohen Exporten profitierenden Industrie meist etwas hinterher. Erst wenn die Unternehmen im Aufschwung „richtig Geld verdienen“, investierten sie im Inland etwa in neue Gebäude, erklärte Ernsting. Außerdem kommen dem Wirtschaftszweig eine stärkere Binnennachfrage dank der geringeren Arbeitslosigkeit sowie der Trend zur energetischen Sanierung von Gebäuden zugute. Bei den öffentlichen Investitionen hingegen gibt es nach dem Auslaufen der in der Wirtschaftskrise aufgelegten Konjunkturprogramme eine „kleine Delle“.

Besonders stark ist der Aufschwung den Angaben zufolge im privaten Wohnungsbau. Dort sei die Zahl der Baugenehmigungen in Niedersachsen gegenüber dem Vorjahr um knapp ein Drittel gestiegen. Dies sei auch auf die niedrigen Hypothekenzinsen zurückzuführen. Zudem „flüchteten“ viele Verbraucher in Immobilien als sichere Geldanlage. Auch im Ausbauhandwerk sind die Auftrags- und Umsatzentwicklung sowie die Auslastung der Kapazitäten „hervorragend“.

Überdurchschnittlich ist die Geschäftslage ebenfalls in Handwerksbetrieben für den gewerblichen Bedarf – also zum Beispiel bei Metallbauern, Feinwerkmechanikern oder Gebäudereinigern. Beim Kraftfahrzeughandwerk stagnierten die Auftragseingänge allerdings zuletzt.

Umsatz- und Auftragseinbußen müssen seit längerer Zeit Gesundheitshandwerke wie Augenoptiker, Zahntechniker oder Hörgeräteakustiker verkraften. Die Folge ist ein Stellenabbau in diesen Branchen. Den Betrieben in Gesundheitsberufen mache beispielsweise zu schaffen, dass Verbraucher für manche Leistungen höhere Eigenbeiträge zahlen müssten als früher, hieß es.

Viele Handwerksbetriebe haben Mühe, genügend Nachwuchskräfte zu finden. „Uns fehlen junge Leute“, sagte Ernsting. Bis Ende September 2011 wurden bei der Kammer knapp 3000 neue Lehrverträge eingetragen – etwas weniger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Der Grund für den leichten Rückgang sei nicht, dass die Betriebe zu wenig Ausbildungsplätze anböten. Gerade im Ballungsraum Hannover mit starken Industriebetrieben gebe es einen intensiven Wettbewerb um den Nachwuchs. „Wir haben offene Lehrstellen“, betonte Ernsting. „Wer sucht, kann sofort kommen.“

Dirk Stelzl

Im Tarifkonflikt beim Flugzeugbauer Airbus wird es vorerst keine weiteren Warnstreiks geben. Sowohl die Gewerkschaft IG Metall Küste als auch Airbus bekräftigten am Dienstag, an den Verhandlungstisch zurückkehren zu wollen. „Im Laufe der Woche wird es Gespräche geben“, sagte Airbus-Sprecher Florian Seidel. Auch Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (SPD) hat nach Angaben der Wirtschaftsbehörde an die Tarifparteien appelliert, den Konfrontationskurs zu beenden.

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Dirk Schmaler 11.10.2011